Bellevue: Startschuss für Sanierung

von Redaktion

Neuer Arbeitsplatz: Steinmeier am Schreibtisch. © EPA

Berlin – Aus der Adresse Spreeweg 1 wird Elisabeth-Abegg-Straße 2, aus dem Schloss Bellevue der Amtssitz am Spreebogen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sein Ausweichquartier in Berlin-Moabit bezogen. Nun kann die Sanierung seines Amtssitzes beginnen. „Ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht, hier am neuen Amtssitz“, sagte Steinmeier, als er am Freitag seine Räumlichkeiten vorstellte.

Am Vormittag wurde zunächst die Standarte – ein goldfarbenes, quadratisches Tuch mit rotem Rand und dem Bundesadler in der Mitte – auf dem Dach von Schloss Bellevue eingeholt. Eine Stunde später wurde sie am Amtssitz am Spreebogen, der zwischen Kanzleramt und Hauptbahnhof liegt, neu gesetzt. Dies war das weithin sichtbare protokollarische Zeichen für den Abschluss des Umzugs, der sich mitsamt der Planung über Monate hingezogen hatte. Die Standarte signalisiert, dass dieses Übergangsquartier nun der Amtssitz ist.

Für Steinmeier ist es allerdings mehr als ein Übergangsquartier. Denn für die Sanierung von Schloss Bellevue und des Bundespräsidialamts sind bis zu acht Jahre angesetzt (wir berichteten). Steinmeiers Amtszeit endet im März 2027.

Und wie gefällt ihm sein neues Quartier? „Es ist anders als in Bellevue. Aber wir haben natürlich in diesem modernen, eher funktionalen Gebäude gar nicht versucht, den Stil zu kopieren“, sagte er in seinem neuen Amtszimmer. Es gebe aber „kleine Brücken zu Bellevue“. Von dort zogen etwa Gemälde mit in ein und auch der Konferenztisch, an dem er Staatsgäste aus aller Welt empfängt und Gespräche mit anderen Besuchern führt. Im danebenliegenden Arbeitszimmer stehen der Schreibtisch und eine Sitzgruppe aus dem Schloss. „Sie sehen, es sieht noch sehr aufgeräumt aus“, so Steinmeier.

Die Sanierung des Berliner Amtssitzes des Bundespräsidenten wurde wegen zahlreicher baulicher und technischer Mängel sowie gestiegener Anforderungen etwa an Sicherheit, Brandschutz, Energieeffizienz und Barrierefreiheit erforderlich. Im 1785 gebauten und unter Denkmalschutz stehenden Schloss Bellevue ist beispielsweise das Dach undicht, die Lüftungsanlagen funktionieren nicht mehr richtig, die Fenster sind nicht einbruchs- und schusssicher, an der Fassade zeigen sich Risse und an den Geschossdecken Korrosion.

Die Sanierung wird teuer. Fest vorgesehen sind 601 Millionen Euro. Für noch nicht kalkulierbare Risiken und mögliche Baukostensteigerungen sind laut Bundespräsidialamt weitere 259 Millionen Euro eingeplant. Macht zusammen 860 Millionen Euro. Rechnet man noch die anteiligen Kosten für das Ausweichquartier hinzu, ist man bereits bei fast einer Milliarde Euro. Später sollen in den Übergangsbau Bundesbehörden einziehen.DPA

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