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Europa kommt endlich in die Gänge

MistralAI in München

Die französische KI-Firma Mistral will München zu ihrem zentralen Entwicklungsstandort für Industrie-KI machen. Das ist eine gute Nachricht: Denn selbstlernende Programme können Produkt-Entwicklung beschleunigen, Tests günstiger machen und neue Werkstoffe schaffen. Die Standortwahl ist kein Zufall: Die Landeshauptstadt bietet exzellente Forschung und Unternehmen von Weltrang. Die Hoffnung: Mehr Wachstum für die Wirtschaft.

Die Pariser Firma gilt als einer der wenigen europäischen Hoffnungsträger in Sachen KI: Mistral kann Daten sicher verarbeiten, unterliegt EU-Recht. US-Firmen sind dagegen an US-Gesetze gebunden – und nicht mal die nimmt Präsident Donald Trump wirklich ernst. Die US-Tech-Dienste sind für ihn im Zweifel ein legitimes Druckmittel.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Abhängigkeit bleibt groß. Während Mistrals Wert auf rund 20 Milliarden Euro geschätzt wird, könnte der Konkurrent OpenAI umgerechnet bald 1000 Milliarden schwer sein.

Ein Leben und Wirtschaften ohne US-Dienste wäre auch illusorisch: Sie sind das digitale Rückgrat unserer Gesellschaft. Firmen wie Apple und Google unterhalten in München hochklassige Entwicklungszentren. Vom transatlantischen Handel profitieren beide Seiten.

Trotzdem muss Europa selbst stärkere KI- und Rechenkapazitäten schaffen. Nur wenn Wirtschaft, Verwaltung und Militär im Zweifel auch autonom versorgt werden können, wird sich die wirtschaftliche und politische Entscheidungsfreiheit erhalten lassen.

Freitag, 2. Oktober 2026
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