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Grausige Morde im Bayerischen Wald

Der Angeklagte will sich im Verlauf des Prozesses angeblich äußern. © Hörhager/dpa

Deggendorf – Mit emotionalen Szenen hat vor dem Landgericht Deggendorf der Prozess um einen Dreifachmord im Bayerischen Wald begonnen. Familienangehörige der Opfer verfolgten tief erschüttert und unter Tränen das Verlesen der Anklage. Weinend sagten die Mütter von zwei der Toten aus. Der Angeklagte soll zur sexuellen Erregung zwei 22 und 26 Jahre alte Nachbarinnen sowie zur Verdeckung der Taten den 56-jährigen Partner einer der beiden getötet haben.

Den Gerichtssaal betrat der 39 Jahre alte Angeklagte, ein slowakischer Staatsangehöriger, mit einer Baseballkappe auf dem Kopf. Sein Gesicht verbarg er hinter einer Mappe. Eine Aussage machte er zunächst nicht.

Der Verteidiger kündigte an, dass es eine Einlassung seines Mandanten geben soll. Dieser befinde sich seit 15 Monaten in Untersuchungshaft und sei in dieser Zeit erstmals seit langem drogenfrei. Damit sei „sein Kopf klar“ geworden, und ihm sei auch klar geworden, was er Furchtbares getan habe beziehungsweise getan haben könnte, sagte der Anwalt. Sein Mandant habe depressive Episoden entwickelt und sei in der Justizvollzugsanstalt medikamentös eingestellt worden, um möglichst schlafen zu können.

Die Anklageschrift schildert in nüchternen Worten das grausame Verbrechen in allen Details – so, wie es sich nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft zugetragen hat. Demnach lud der Mann im Juni 2025 seine 26 Jahre alte Nachbarin zu sich ein, nachdem sie sich mit ihrem Freund gestritten hatte. Die Frau und der Angeklagte sollen Drogen, Alkohol und Medikamente konsumiert haben.

Nachdem die Frau auf dem Sofa eingeschlafen war, habe sich der Mann auf sie gesetzt, um sie zur sexuellen Befriedigung zu töten, trug der Oberstaatsanwalt vor. Der Angeklagte habe sie gewürgt und mit einem Kabel erdrosselt. Als er einige Tage später Leichengeruch festgestellt habe, habe er die Tote zerteilt, den Oberkörper im Kühlschrank versteckt und die Beine in einer Sporttasche verpackt in einem Wald abgelegt.

Als sich gut zwei Wochen später bei einer 22 Jahre alten Nachbarin während des Kochens ein Schmorbrand in der Wohnung entwickelte, habe der Angeklagte auch diese zu sich in die Wohnung gebeten. Ebenfalls aus sexueller Lust heraus soll er ihr mit einer Bierflasche und einem Hammer mehrfach auf den Schädel geschlagen, ihr zahlreiche Brüche zugefügt und ihren Kopf mit Frischhaltefolie umwickelt haben.

Als der Mann die Leiche der Frau habe sexuell missbrauchen wollen, habe ihr zwischenzeitlich nach Hause zurückgekehrter Freund an der Tür geklopft und nach ihr gerufen. Um die Tötung der Frauen zu verdecken, soll ihn der Angeklagte mit zahlreichen Hammerschlägen ermordet haben. Nach Justizangaben stellte sich der Angeklagte später in Österreich der Polizei.

Freitag, 2. Oktober 2026
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