Oberaudorf − Nach langer Diskussion und Abwägung aller Stellungnahmen der Behörden und insbesondere der Bürger, beschloss der Gemeinderat bei vier Gegenstimmen den Planentwurf und die Einbeziehungssatzung für das Grundstück an der Bahnhofstraße/Ecke Staatsstraße.
Die Fläche ist zwischenzeitlich im rechtskräftigen Flächennutzungsplan als Bauland dargestellt. Damit besteht nunmehr Baurecht. Geplant ist der Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses mit Stellplätzen. Bürger zeigten Bedenken bezüglich der Bebauung. So sieht der Oberaudorfer Jürgen Schwab in der Versiegelung der bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche „einen Schaden für das sensible Ökosystem“. Michael Mermingas und Regina Götze (beide Bündnis 90/Die Grünen) prangerten den Flächenverbrauch an, zumal keine Notwendigkeit zur Umwandlung von landwirtschaftlich genutzter Flächen in Bauland erkennbar sei. Inge Saacke wies in ihren Einwendungen auf den Verlust der Bodenfunktionen hin mit Auswirkungen auf das Klima und forderte ein generelles Umdenken in Oberaudorf.
Die Gemeindeführung entgegnete, dass der Bedarf an Wohnraum im Rahmen der Aufstellung des kommunalen Flächennutzungsplanes umfangreich geprüft worden sei und für die Zukunft nur ein mäßiges Bevölkerungswachstum angestrebt werde. Richtwert sei die bisher beachtete jährliche Wachstumsrate von 0,2 Prozent. Beim Flächenverbrauch sei Oberaudorf folglich auch deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Beim vorliegenden Projekt sei der Flächenverbrauch wegen der Ortsrandlage und der direkten Erschließbarkeit besonders günstig.
Der Verlust der Bodenfunktionen sei durch die Ortsrandlage ebenfalls minimiert, da die angrenzende große Grünfläche für eine weiterhin gute Durchlüftung sorge und durch den neuen Baukörper keine erheblichen kleinklimatischen Auswirkungen zu erwarten seien.roc