Gestohlenes Karpfen-Bild kam per Post zurück

von Redaktion

Nachdem Anfang Dezember ein kleines Karpfen-Bild aus dem Gasthaus Gocklwirt in Stephanskirchen gestohlen wurde, ist es nun wieder da. Das verloren geglaubte Bild wurde kurz vor Weihnachten anonym per Post an Wirt Willi Huber zurückgeschickt. Für ihn ist die Freude über die Rückkehr groß.

Stephanskirchen – Ein Briefumschlag ohne Absender hat immer etwas Geheimnisvolles, beinahe Verschwörerisches. Bei Willi Huber, Betreiber des Restaurants Gocklwirt in Stephanskirchen, schwenkte dieses eigenartige Gefühl beim Öffnen eines solchen Umschlags aber ziemlich schnell in Freude um. Als er den Inhalt des anonymen Briefes in den Händen hielt, konnte er es selbst kaum glauben. Zum Vorschein kam ein alter Bekannter, den er bereits für verloren geglaubt hatte.

Beim Öffnen des weißen Papiers kam das Bild eines gezeichneten Karpfens zum Vorschein. Kaum größer als eine Postkarte. Es handelt sich dabei um ein Bild der Rosenheimer Künstlerin Gertruda Gruber-Göpfertova alias GGG, das die Wirtsfamilie vor einigen Jahren zu Lebzeiten von GGG persönlich geschenkt bekommen hatte. Anfang Dezember 2025 war Huber aufgefallen, dass dieses kleine Bild, das er jeden Morgen in seiner Gaststube zurechtrückte, weil es mal wieder schief an dem viel zu kleinen Nagel hing, nicht mehr da war. Seine Vermutung: Gäste müssen es mitgenommen haben.

Betrübt über den Verlust verfasste Huber einen Post in den sozialen Medien und bat darum, das Bild zurückzubringen, falls es jemand entdeckt oder vielleicht sogar zu Weihnachten geschenkt bekommt. Im Gespräch mit dem OVB betonte der Gastronom, dass es sich bei den vielen Kuriositäten in dem Restaurant der Familie nicht nur um irgendwelche Deko-Gegenstände handele. „Es sind persönliche Gegenstände, die für uns eine Bedeutung haben“, so Huber.

Schlechtes Gewissen oder Angst, aufzufliegen?

Kurz vor Weihnachten dann die Überraschung: Das Bild kam anonym, kommentarlos und ohne Rahmen per Post zurück. Lediglich die Adresse des Wirtshauses war mit Computer auf ein weißes Papier gedruckt worden, bevor der Brief ohne Absender sich auf den Weg zum Weinberg am Simssee machte. „Ob es am öffentlichen Druck lag oder weil der Dieb doch ein schlechtes Gewissen bekommen hat, werden wir wohl nie erfahren. Wir freuen uns aber unglaublich, dass der kleine Karpfen seinen Weg wieder zu uns gefunden hat“, so der Wirt. Inzwischen hat Huber das Bild diebstahlsicher an der Wand im Fischerstüberl aufhängt, so wie von Gertuda Gruber-Göpfertova gewünscht. „Auch wenn ich den Rahmen dann nicht mehr täglich gerade rücken muss, werde ich mich für immer an diese Geschichte und an Gertruda erinnern“, sagt Willi Huber und lacht.

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