„Kuahgartn Open Air“ zurück an neuem Ort

von Redaktion

Am Samstag, 1. August, steht Schnaitsee im Zeichen der Subkultur. Das „Kuahgartn Open Air“ feiert nach einem Jahr Pause sein Comeback. Mit fünf Bands an einem neuen Veranstaltungsort startet das Festival wieder durch.

Schnaitsee – „Mit den Betreibern des ‚Baderbräu‘ stehen wir schon lange in Kontakt, haben im Rahmen des ‚Berlin Clubbing‘ mitaufgelegt. Umso mehr freut es uns, dass unser Festival heuer am alten Pschorrhof mitten im Dorf über die Bühne gehen wird“, betont Peter Höfner vom Veranstaltungsteam des „Club Leonhard“.

Die letzten Jahre hat es wegen vieler Events, die im Pschorrhof bereits fix eingeplant waren, nicht geklappt. Doch heuer startet das Open Air durch: „Die Fläche in Harpfing, wo das ‚Kuahgartn‘ bisher stattfand, steht nicht mehr zur Verfügung, und so waren wir sehr erleichtert, als das OK seitens ‚Baderbräu‘ fiel und wir das Festival im Herzen von Schnaitsee veranstalten können.“

Kulturelle Bereicherung
für Schnaitsee

Erst Mitte Juli feierte der TSV Schnaitsee sein 100. Bestehen – unter anderem mit Bier- und Weinfest und einer großen Malle-Party am Fernsehturm. Mit dem „Kuahgartn“ geht‘s nun beinah nahtlos über ins nächste Event.

In den Augen von Bürgermeister Thomas Schmidinger eine kulturelle Bereicherung für Schnaitsee: „Ich bin da voll dabei und befürworte, dass Aktivitäten im Ort stattfinden und sich etwas rührt. Mit dem Pschorrhof haben die Veranstalter eine schöne Location gefunden. Hier finden über das Festival hinaus das ganze Jahr über viele bunte Veranstaltungen statt.“

Dennoch müssten alle Belange berücksichtigt werden und zur Wahrheit gehöre laut Schmidinger auch, dass sich in unmittelbarer Nähe zur Location Schlafzimmer von Anwohnern befinden. „Es ist eine Abwägungssache und es wird immer jemanden geben, der sich daran stört. Doch solange das Ganze nicht überhand- nimmt und ein gesundes Miteinander funktioniert, stehen wir aus genehmigungsfähiger Sicht dem Festival positiv gegenüber. Beim ‚Kuahgartn‘ ist die Motivation der Veranstalter, etwas auf die Beine zu stellen, spürbar, das Kommerzielle steht hier nicht im Vordergrund.

Toll für Schnaitsee – ich freue mich darauf.“ So gibt es also nach einem Jahr Abstinenz wieder eine Rückkehr für das Musikfestival für alle Fans abseits des Mainstreams. 2025 fiel das „Kuahgartn Open Air“ buchstäblich wetterbedingt ins Wasser, am Pschorrhof sind die Veranstalter sogar ein bisserl geschützt vor Wind und Wetter. „Die Temperaturen aber sollen sehr warm werden, wir sind zuversichtlich, dass es ein lauer Sommerabend wird“, sagt Peter Höfner, dem die Vorfreude auf den Neustart im Dreiseithof ins Gesicht geschrieben steht.

Im Innenhof entsteht die Freiluftbühne. Fünf Bands sorgen für beste Stimmung, und verleihen dem Festival der Subkulturen einen besonderen Touch. Die Veranstalter haben bunt gemischte Musikstile miteinander kombiniert, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Den Headliner „Endless Wellness“ bildet die österreichische Indie-Rockband aus Wien. Das Quartett aus Wien hat es mit dem Debütalbum „Was für ein Glück“ in die „Top Ten“ der österreichischen Charts geschafft. Musikalisch bewegen sie sich zwischen Indie und Fuzz-Folk: Mit ihren deutschsprachigen Songs liefern sie einen wütenden, melancholischen, aber tröstlichen Kommentar auf eine Gesellschaft, die mit zerbrochenen Versprechen und einer ungewissen Zukunft ringt.

Das Trio „24/7 Diva Heaven“ trat im Rahmen der „Trink Aus! Wir Müssen Gehen“-Tour 2026 als Support-Band für die „Toten Hosen“ auf. Der Musikstil der Berliner Mädels: ein energiegeladener, kompromissloser Mix aus Punk-Rock, Grunge, Garage-Fuzz und 90er-Alternative.

Besonders stolz sind die Veranstalter auf den Auftritt der südafrikanischen Band „The Tazers“: Sie touren in dem Zeitraum durch Deutschland und machen auch Halt in Schnaitsee. Die Psychedelic-Rock-Band aus Johannesburg verbindet den klassischen Rock der 1970er-Jahre mit modernen Einflüssen und steht für fuzzige Gitarren, eingängige Melodien und energiegeladene Live-Auftritte.

Mit „Weakboys“ wird‘s wieder heimischer: Das Post-Punk- und Garage-Rock-Quartett aus München bedient sich Einflüssen aus Hip-Hop-Beats: Eine Vollgas-Live-Band, die für ihren energiegeladenen Club-Sound, treibende Bässe und britischen Hinterhofgesang bekannt ist. Sie waren bereits in Wasserburg am Inn im „Roten Turm“ oder auf dem „Bums on Wheels“ zu Gast.

Auch ein Solo-Künstler darf nicht fehlen: Philipp Onel aus Nürnberg pendelt zwischen Indie, Synth-Pop und elektronischen Beats – tanzbar, unterhaltsam, echt. Im Anschluss zur Aftershow-Party legen die „Club-Leohnard“-DJ‘s „DJ Se“, „Herr Lehmann“, „Aristo Artifi“ und „Rob Hendrix“ bis 2.30 Uhr im Innenbereich des Pschorrhofs auf.

Das „Kuahgartn Open Air“ ist und bleibt ein von vorn bis hinten „Self-Made-Festival“, unterstreicht Peter Höfner. Eine Crew von sechs Mann des „Club Leonhards“ befindet sich eine Woche lang rund um den 1. August im Ausnahmezustand. Eine stressige, aber schöne Zeit, räumt der Veranstalter ein. „Wir freuen uns einfach, dass es wieder stattfindet nach einem Jahr Pause.“

Mehr als zwei Drittel
der Tickets verkauft

Der Vorverkauf läuft gut, mehr als zwei Drittel der Tickets sind schon weg, weiß Peter Höfner. Die Kapazität im Innenhof liegt bei circa 400 Besuchern, mit 300 bis 400 rechnen die Veranstalter. Der Einlass ist ab 16 Jahren, wer jünger ist, darf das Festival mit einem Erziehungsberechtigten besuchen.

Selbst gemachte
Pizzen und Grillstation

Die kulinarische Verpflegung wurde direkt an „Baderbräu“ übergeben, es gibt selbst gemachte Pizzen und eine Grillstation. Zusätzlich versorgt „Pink Deli“ mit ihrer Ape die vegane Community. Im Biergarten außerhalb des Pschorrhofs lockt die Abendsonne. Hier können es die Gäste etwas gemütlicher angehen lassen und die Umbaupausen der Bands überbrücken.

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