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Bombe in Rosenheim: Wer für den Einsatz zahlt und was Evakuierungs-Verweigerern droht

Die 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die in Happing gefunden wurde. Stadt Rosenheim

Die 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die in Happing gefunden wurde. Stadt Rosenheim

250-Kilo-Bombe in Happing erfolgreich entschärft – Lob für kooperative Reaktion der betroffenen Menschen bei der Evakuierung

Anna Heise

Rosenheim – Hans Meyrl behält fast immer einen kühlen Kopf. Auch dann, wenn ihn eine Meldung über den Fund einer Fliegerbombe erreicht. So geschehen am vergangenen Dienstagmittag. Bei den Bauarbeiten der Deutschen Bahn auf der Bahntrasse in der Nähe des „Bauern in der Au“ an der Happinger-Au-Straße wurde eine 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.

Räumung einvernehmlich und geordnet

„Hans Meyrl hat das Ganze mit seiner gewohnten Erfahrung und Expertise angeleitet und koordiniert“, lobte Oberbürgermeister Abuzar Erdogan kurz nach der Entschärfung.

Meyrl war am Dienstag der Leiter der Koordinierungsgruppe und entschied – gemeinsam mit den anderen Mitgliedern – über die nächsten Schritte. So stand etwa recht schnell fest, dass für die Entschärfung das Gebiet in einem Radius von 500 Metern evakuiert werden muss. Rund 1.500 Anwohner mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Einsatzkräfte von THW, Polizei und Bergwacht unterstützten die Anwohner. Eine Anlaufstelle wurde in der Turnhalle der Grundschule Happing eingerichtet.

Doch was droht eigentlich den Menschen, die sich weigern, ihre Wohnung zu verlassen? „Die Räumung wird als offizielle Maßnahme durch die zuständige Kreisverwaltungsbehörde angeordnet. In Rosenheim hat die Bevölkerung in vergleichbaren Situationen bislang stets sehr kooperativ reagiert“, erklärt Hans Meyrl auf OVB-Anfrage. Polizei und Hilfsorganisationen begleiten die Maßnahmen und würden in der Regel dafür sorgen, dass die Räumung einvernehmlich und geordnet erfolgen kann. Um sicherzustellen, dass der Evakuierungsbereich vollständig geräumt ist, seien zahlreiche Einsatzkräfte vor Ort und kontrollieren den festgelegten Bereich systematisch.

Dazu gehören Meyrl zufolge Haus- und Wohnungskontrollen sowie das gezielte Klingeln an den betroffenen Objekten. Ergänzend wird der freigemachte Bereich mithilfe einer städtischen Drohne überprüft. „Durch das koordinierte und strukturierte Vorgehen kann so sichergestellt werden, dass sich keine Personen mehr im Evakuierungsradius aufhalten“, fügt er hinzu.

Bombe wird in Depot bis zur Entsorgung eingelagert

Neben der Evakuierung mussten auch Straßen gesperrt und der Busverkehr umgeleitet werden. Knapp sechs Stunden später dann die Entwarnung: Die Fliegerbombe konnte entschärft werden. „Die Bombe wurde durch den Kampfmittelräumdienst abtransportiert und wird in einem Depot eingelagert, bis sie fachgerecht entsorgt wird“, sagt Meyrl. Die Kampfmittelbeseitigung liege in der Zuständigkeit des Freistaats Bayern. Dieser trägt die Kosten für den Sprengmeister, den Transport, die Einlagerung und Entsorgung der Bombe. „Da dies nicht in unseren Zuständigkeitsbereich fällt, haben wir hier auch keinen Einblick in die Kosten“, sagt eine städtische Pressesprecherin.

Die Kosten für den Räumungseinsatz vor Ort trägt die Stadt selbst. „Über die Höhe lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen“, fügt sie hinzu. Der Freistaat arbeite bei der Kampfmittelräumung mit verschiedenen spezialisierten Fachfirmen zusammen. „Welche Firma im konkreten Fall zum Einsatz kommt, wird entsprechend der jeweiligen Situation durch den Freistaat zugewiesen“, erklärt Hans Meyrl.

Freitag, 2. Oktober 2026
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