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September mit trauriger Unfallbilanz

Mehrere schwere Unfälle haben die Region zuletzt erschüttert. Experten der Autobahnpolizei und des ADAC erklären, warum Biker das Risiko im Herbst häufig unterschätzen und worauf beim Fahren zum Saisonende geachtet werden muss.

VON Patricia Huber

Achenmühle/Seebruck – In den vergangenen Wochen kam es in der Region zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Und bei etlichen von ihnen waren Motorradfahrer beteiligt. Drei davon endeten besonders tragisch: Sie forderten Menschenleben. So der Unfall am 10. September bei Achenmühle. Der 26-jährige Devid und seine 19-jährige Freundin Mariella waren mit dem Motorrad auf der RO5 unterwegs. Auf Höhe der Autobahnanschlussstelle krachten sie aus bisher ungeklärter Ursache in das Auto einer 29-jährigen Frau aus dem Landkreis Traunstein. Beide verstarben noch direkt an der Unfallstelle.

Niedrigere Temperaturen als Gefahr für Biker

Ein ebenso tragisches Schicksal erfuhr ein 44-Jähriger aus dem Landkreis Rosenheim am 23. September. Er war mit seinem Motorrad von Truchtlaching kommend in Richtung Seebruck unterwegs. Als ein 64-jähriger Motorradfahrer aus dem Landkreis Mühldorf ein Auto überholen wollte, übersah er den ihm entgegenkommenden Biker. Beide krachten frontal zusammen. Der 44-Jährige erlag noch an der Unfallstelle seinen tödlichen Verletzungen. Der andere Mann wurde schwer verletzt in ein Klinikum gebracht.

Zwei weitere Todesopfer forderte ein anderer Unfall bei Seebruck am 20. September. Nach einem Zusammenstoß zwischen einem 84 Jahre alten Pedelec-Fahrer und einem 83-jährigen Biker verstarb der Radfahrer noch an der Unfallstelle. Der Motorradfahrer konnte zwar vor Ort erfolgreich reanimiert werden. Doch eine Woche später teilte die Polizeiinspektion Trostberg mit, dass auch er seinen Verletzungen erlegen ist.

Zu diesen besonders tragischen Fällen kamen noch etliche weitere Unfälle mit Bikern – die größtenteils glimpflich davonkamen. Doch warum passiert derzeit so viel auf unseren Straßen?

Zum einen haben sich die Bedingungen verändert, erklärt Roman Gold, Leiter der Kontrollgruppe Motorrad der Autobahnpolizei Holzkirchen, auf OVB-Anfrage. „Gerade nachts wird es doch schon kühler“, sagt Gold. Und auch am Tag dauere es inzwischen, bis der Asphalt sich wieder aufwärme. Je nach Reifen könne sich dann dadurch der Bremsweg verlängern oder der Reifen „leichter den Grip verlieren“.

Erhöhtes Sturzrisiko
durch Laub

Zudem dürfe das klassische Herbstproblem nicht vergessen werden: Laub. „Das erhöht das Sturzrisiko natürlich erheblich“, macht Gold deutlich. Wenn es – wie derzeit – tagsüber recht warm ist, unterschätzten einige Biker die Gefahren. „Besonders, wenn man in ein Waldgebiet fährt und plötzlich Laub auf der Straße liegt, muss man aufpassen.“ Dann könne man die Kurven schlichtweg nicht mehr in der aus dem Sommer gewohnten Geschwindigkeit fahren. Doch nicht nur Laub kann zur Gefahr werden.

Auch verschmutzte Fahrbahnen durch Ernteverkehr oder morgendliche Raureife können die Reifenhaftung reduzieren. „Hinzu kommen die tief stehende Sonne und früher einsetzende Dämmerung, wodurch Motorradfahrer aufgrund ihrer schmalen Silhouette noch leichter übersehen werden“, erklärt eine Pressesprecherin des ADAC Südbayern. Viele Biker würden sich nach einer langen Saison und der gesammelten Fahrpraxis recht sicher auf ihrem Motorrad fühlen. Dennoch warnt die Sprecherin: „Routine ist zwar wichtig, sollte aber nicht dazu führen, Risiken zu unterschätzen.“

Wie es nun zum tödlichen Unfall bei Achenmühle kommen konnte, dazu kann auch Gold nur Vermutungen anstellen. Aber: „Der Ort ist bei uns nicht als Unfallschwerpunkt bekannt.“ In diesem tragischen Fall vermutet er: „Zur falschen Zeit am falschen Ort.“

Zum Unfall bei Seebruck lohnt sich ein Blick auf den Unfallatlas des Statistischen Bundesamts. Daraus geht hervor, dass es auch im vergangenen Jahr auf dieser Strecke einen Unfall mit Schwerverletzten gab. Der Unfall ereignete sich ebenfalls im September. Ein 56-jähriger Biker aus dem Landkreis Traunstein wurde damals verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Kurioses Detail: In einem Transportrucksack fuhr ein Dackel mit – das Tier blieb unverletzt.

Tipp fürs Saisonende:
Vorsicht und Tempo raus

Golds Tipp für eine unfallfreie Restsaison: die letzten Tage der Saison genießen, aber auch mit Vorsicht und vorausschauend fahren und das Tempo einfach mal reduzieren. Einen ähnlichen Ratschlag liefert der ADAC: „Tempo anpassen, ausreichend Abstand halten und Kurven mit größeren Sicherheitsreserven durchfahren.“ Zudem sollten Motorradfahrer vor allem in Kreuzungsbereichen immer mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen.

<p xml:space="preserve">Weitere Artikel zu unserem Themenschwerpunkt „Mobilität & Sicherheit“ finden Sie unter ovb-online.de.</p>

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Freitag, 2. Oktober 2026
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