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Feuerwehrler nach Bränden bei Kirchanschöring aus U-Haft entlassen

24-jähriger Verdächtiger nach Brandserie aus JVA Traunstein entlassen – Verteidiger: „Die Polizei hat nicht viel“ – Ermittlungen dauern an

Xaver Eichstädter

Kirchanschöring – Nach genau sieben Tagen im Gefängnis hat ein 24-Jähriger aus dem Landkreis Traunstein am vergangenen Freitag die Untersuchungshaft wieder verlassen. Der junge Mann soll für zwei Großbrände in der Nähe von Kirchanschöring verantwortlich sein – und ist selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Ein dringender Tatverdacht besteht gegen ihn inzwischen aber nicht mehr, berichtet sein Rechtsanwalt, Prof. Dr. Florian Eder aus Freilassing, jetzt gegenüber dem OVB. „Die Polizei hat nicht viel. Der dringende Tatverdacht war nur sehr vage und weitere zwingende Beweismittel gibt es nicht“, so Eder.

Nach einer Haftbeschwerde entschied die Ermittlungsrichterin, dass der junge Mann aus der JVA Traunstein wieder entlassen werden muss. Denn zusätzlich zum dringenden Tatverdacht braucht es für eine Untersuchungshaft weitere Haftgründe. Im Fall des 24-Jährigen argumentierten die Ermittler mit Wiederholungsgefahr. Aber auch das dürfte sich vorerst zerschlagen haben. „Es müsste bewiesen werden, dass er jetzt immer weiter macht“, so Rechtsanwalt Eder.

Ein Anfangsverdacht gegen den Feuerwehrler besteht aber nach wie vor. Es geht nicht nur um die abgebrannte Scheune in Kothaich bei Lampoding am 18. September, bei der ein Pferd ums Leben kam und vier Menschen verletzt wurden. Auch wegen des Brandes einer Maschinenhalle am 20. August, ebenfalls in Lampoding, wird ermittelt. In beiden Fällen konnten die Einsatzkräfte ein Übergreifen der Flammen auf die nächsten Gebäude verhindern. Der Sachschaden dürfte jeweils im sechsstelligen Eurobereich liegen. Laut Prof. Dr. Florian Eder wird gegen den 24-Jährigen darüber hinaus wegen eines Feldbrandes ermittelt.

Nach einem Hinweis aus dem Umfeld des 24-Jährigen fand die Polizei bei ihm eine Hose, die stark nach Benzin roch. Das war wohl ausschlaggebend für die Verhaftung. Ein Indiz, das von den Ermittlern „dankend angenommen wurde“, so der Rechtsanwalt. Dabei habe er beruflich selbst viel mit Fahrzeugen zu tun, die er auch selbst betanke. Auch eine potenzielle Fluchtgefahr hätte nie bestanden: „Er ist total integriert, in die Familie, im Freundeskreis, in die Vereine.“ Die Ermittlungen dauern derweil an.

Freitag, 2. Oktober 2026
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