Rosenheim – Die Marschroute steckte Klaus Hertreiter, Projektmanager des Wirtschaftlichen Verbandes (WV) für das Fest, bei dessen gestriger Pressekonferenz in einem einzigen Satz ab. „Wir sind ein Volksfest und kein Verbotsfest.“ Mit dieser Feststellung befand er sich keinesfalls im Gegensatz zu den Vertretern der Polizei, die auf der Wiesn wieder für die Sicherheit sorgt – unterstützt von privaten Sicherheitsdiensten, die vor allem in den Bierburgen und dem Umfeld des Festplatzes zum Einsatz kommen.
Die bewährten Säulen des Sicherheitskonzeptes bleiben im Wesentlichen unverändert. So ist beispielsweise die Wiesnwache der Polizei wieder täglich von 13 bis 24 Uhr besetzt, Videoüberwachung und Taschenkontrollen gehören ebenso dazu wie die Platzierung sogenannter Anprallschutzelemente aus Beton, die Terroranschläge mit Fahrzeugen verhindern sollen, oder die Kanalisierung von Besucherströmen und die bewährte Wochenend-Unterstützung durch Beamte aus Tirol. Leitender Polizeidirektor Richard Gröger vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd sprach von „ein paar Verfeinerungen“. Unter anderem wird ein Beamter jeder Wiesnstreife heuer mit einer Bodycam ausgestattet, die das Einsatzgeschehen im Bedarfsfall festhält. „Das hat sich für die gerichtliche Abhandlung von Straftaten bewährt, weil der Richter das Geschehen bildlich nachvollziehen kann“, so Gröger über die positiven Erfahrungen mit den Kameras, die der Modellversuch im Vorjahr lieferte.
Die Landespolizei will auch heuer eng mit der Bundespolizei kooperieren. Alfons Zehnter, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei in Rosenheim, wies darauf hin, dass die Bundespolizei während der Herbstfest-Zeit erstmals den Rosenheimer Bahnhof, die Gleisanlagen und das Umfeld des Bahnhofsareals per Videoüberwachung im Blick hat. Ausgeweitet wird diese Form der Überwachung zudem in der Ebersberger Straße.
Auch die Stadt Rosenheim leistet ihren Beitrag für eine sichere Wiesn. Dies betonte Oliver Horner, Leiter des Amtes für Sicherheit und Ordnung in der Stadtverwaltung. Die Stadt will nicht nur für ausreichend Toilettencontainer außerhalb des Festgeländes und ein bürgernahes Beschwerdemanagement sorgen, sie setzt im Innenstadt-Bereich auch verstärkt Citystreifen ein. „Die sind unterwegs, wenn sich das Geschehen von der Wiesn hierhin verlagert“, so Horner. Rigoros vorgehen wollen Polizei und Stadt gegen Wildbiesler. Wer erwischt wird, ist laut Horner mit mindestens 100 Euro Bußgeld dabei. Für den Strom auf der Wiesn sorgen zum vierten Mal in Folge die Stadtwerke mit Kapazitäten, die Betreiber heimischer Biogasanlagen liefern. Darauf wies Sebastian Ranner hin, Bereichsleiter Energiebeschaffung bei den Stadtwerken.
Neben den Bierburgen der beiden Rosenheimer Brauereien sind heuer 67 Schaustellerbetriebe auf der Wiesn vertreten. 539 Bewerbungen von Interessenten gingen beim WV ein. Wenn das auch ein paar weniger waren als im Vorjahr, steht für Klaus Hertreiter dennoch fest. „Das Herbstfest ist für die Schaustellerbetriebe nach wie vor eines der begehrtesten Feste überhaupt.“ Das Kasperltheater wird wie im Vorjahr fehlen. „Da gibt es praktisch keine Anbieter mehr“, so Hertreiter.
Mehr Freude bereitet dem Projektmanager da schon die sogenannte Zug-Aktion. Wer von Montag bis Donnerstag mit dem Guten-Tag-Ticket von Meridian und BOB zum Herbstfest fährt, erhält eine Gratis-Biermarke und eine Ehrenkarte für ein beliebiges Fahrgeschäft. Wie er an beides kommt, wo sich der Sanitätscontainer des Roten Kreuzes, die Geldautomaten oder Abstellplätze für Fahrräder befinden – dies und vieles mehr erfahren Festbesucher wieder in einem kompakten Herbstfest-Magazin, das während des Festes in der Zeit vom 25. August bis 9. September an der Infostele gleich neben dem Glückshafengebäude ausliegt.
Programmhöhepunkte sind neben dem Wiesneinzug am 25. August (Start des Festzuges um 11 Uhr am Bahnhof) das Erntedankfest mit Festgottesdienst im Mangfallpark und anschließendem Festzug der Teilnehmer zur Wiesn am 2. September und das Feuerwerk am 6. September.