Neue Todesfälle schrecken auf

von Redaktion

Corona-Lage verschärft sich weiter – Kliniken sind vorbereitet

Rosenheim – Die Corona-Lage verschärft sich in der Region Rosenheim weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz von Stadt (88,1) und Landkreis (64,3) ist inzwischen deutlich über der kritischen Marke von 50. Weitere Einschränkungen sind bereits zu Wochenbeginn in Kraft getreten. Und: Erstmals seit drei Monaten sind im Landkreis neue Corona-Tote zu verzeichnen. Seit Freitag ist die Gesamtzahl um +2 auf 201 gestiegen (Stadt: 23).

Zwei Corona-Tote
in wenigen Tagen

Über Wochen war die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 in der Region stabil. Mitte Juli hatte das Gesundheitsamt den letzten Corona-Toten der ersten Welle vermeldet. Nun die Wende: zwei Todesfälle binnen weniger Tage. Im Zeitraum zwischen vergangenem Freitag (16. Oktober) und Montag (19. Oktober) sind im Landkreis, das bestätigte das Gesundheitsamt auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen, zwei Personen verstorben. Beide gehören laut Behörde der Altersklasse über 80 Jahre an, waren also bereits betagt. Und: Es seien zwar beide Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, doch der Gesundheitszustand von beiden sei jeweils so schlecht gewesen, „dass Covid-19 vermutlich nicht die Todesursache war“, so Sprecher Michael Fischer.

Ob die Verstorbenen in einer Pflegeeinrichtung lebten oder zuletzt in einer Klinik waren, dazu wollte Fischer keine weiteren Auskünfte erteilen – mit Verweis auf die Privatsphäre der Angehörigen. Denn in der Vergangenheit habe seine Behörde schlechte Erfahrungen damit gemacht, wenn Rückschlüsse auf die Herkunft der Betroffenen möglich gewesen seien. „Wir wollen die Angehörigen schützen, deshalb unsere Zurückhaltung mit näheren Angaben“, so Fischer.

Nach ruhigen Wochen in den Krankenhäusern der Region mit teils gar keinen oder nur einer Handvoll Covid-19-Patienten steigen nun auch die Zahlen im Romed-Klinikum Rosenheim wieder an. Aktuell (Stand 19. Oktober) befinden sich laut einer Sprecherin acht Corona-Fälle in stationärer Behandlung, kein einziger davon auf der Intensivstation.

Grundsätzlich sehen sich die Romed-Kliniken gut gerüstet, wie auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen versichert wurde. In den Standorten Bad Aibling, Prien und Wasserburg am Inn werden laut Sprecherin Elisabeth Siebeneicher ständig ein bis zwei Normalzimmer freigehalten, um Covid-Patienten sofort unterbringen zu können. In Rosenheim werde eine Station mit maximal 13 Zimmern vorgehalten, die jederzeit Aufnahmemöglichkeit für Covid-Patienten oder Verdachtsfälle habe. Im Intensivbereich könnten jederzeit in Rosenheim drei Covid-Patienten, in Bad Aibling ebenfalls drei und in Wasserburg zwei Patienten untergebracht werden.

Für die weitere Eskalation, falls die zweite Welle auch die Kliniken erreichen sollte, plant Romed folgendermaßen: In Rosenheim gibt es laut der Sprecherin einen Stufenplan für die Normalstationen als auch die Intensivstationen, der die Unterbringung von bis zu 18 Patienten auf Intensiv und bis etwa 30 Patienten mit bestätigter Infektion sowie „Kohortierungsmöglichkeit“ (Gruppenisolierung) und 40 Verdachtsfällen auf Normalstation vorsehe.

Bad Aibling kann laut der Sprecherin kurzfristig acht Zimmer für bis zu 16 Patienten und Wasserburg 14 Zimmer für bis zu 30 Patienten zur Verfügung stellen. Die Bereitstellung dieser Betten hänge davon ab, wie schnell die Zimmer durch Verlegungen oder Entlassungen anderer Patienten frei würden.

Im Katastrophenfall könnten 87 Intensivplätze mit Beatmungsgeräten in Rosenheim und 25 Intensivplätze mit Beatmungsgeräten in Aibling, Prien und Wasserburg betrieben werden, heißt es seitens des Romed-Verbunds. Aktuell hänge die Anzahl an belegbaren Intensivplätzen allerdings von den verfügbaren Pflegekräften ab. Denn: „Es gibt gesetzliche Vorgaben zur Mindestbesetzung mit Pflegepersonal.“ Die Belegung der Intensivstationen wird zudem täglich über das DIVI-Register (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensivmedizin) gemeldet.

Auch möglichen Engpässen bei Schutzausrüstung will Romed vorbeugen. Dazu habe man ein „Pandemielager“ für Schutzmaterial errichtet, das zum größten Teil schon bestückt sei, wie Siebeneicher erklärt. „Mit diesem Pandemielager will Romed Liefer- und Beschaffungsengpässen entgegenwirken.“

Hinzu kommt für den Katastrophenfall: Die Stationen, die während der Corona-Krise umgebaut worden waren – beispielsweise einen eigenen Schleusenbereich erhalten haben – und jetzt wieder im Normalbetrieb mit eingebunden sind, könnten, so heißt es aus dem Klinikum, jederzeit wieder reaktiviert werden.

Diese Regeln gelten ab sofort

Einmal mehr haben sich die Vorschriften rund um Corona für die Region geändert – und angesichts der sich zuspitzenden Lage verschärft. Seit Wochenbeginn gilt für Stadt und Landkreis Rosenheim ab 50 Fällen je 100000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen auf Basis der „7. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung“ (Gesundheitsministerium):

Maskenpflicht an allen Schulen und Hochschulen – und damit neu auch wieder für Grundschüler.

Private Treffen (Spieleabende, Grillen) sowie private Feiern (Hochzeit, Geburtstage etc.) sind unabhängig vom Ort der Veranstaltung ab sofort auf maximal fünf Personen oder zwei Hausstände beschränkt. Sperrstunde Gastro: 22 Uhr.

In der Stadt Rosenheim gilt des Weiteren ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Die Maskenpflicht auf frequentierten Plätzen wie beispielsweise am Max-Josefs-Platz wird von der Stadt Rosenheim noch ausgearbeitet und soll laut einem Sprecher heute, Dienstag, veröffentlicht werden.

Weiter gültig: die Besuchsbeschränkung in Kliniken und Altenheimen mit einer Person pro Tag und Bewohner.rg

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