Treibt ein Feuerteufel in Kiefersfelden sein Unwesen?

von Redaktion

Gasflaschen in Laube in einer Schrebergartenkolonie explodieren – In der Inntalgemeinde häufen sich in jüngster Zeit die Einsätze

Kiefersfelden – Sieben Brände in wenigen Monaten. „So oft hat es in meinen 20 Jahren bei der Feuerwehr noch nie gebrannt“, sagt Kilian Hager, Kommandant der Feuerwehr Kiefersfelden. Sebastian Thurnhuber, stellvertretender Brannenburger Polizeichef, bestätigt sieben Brände in relativ kurzer Zeit. Auffällig sei das schon. Von einem Feuerteufel, der in der Kiefer umgeht, will Sebastian Thurnhuber aber nicht reden.

Das ist dem ehemaligen Brandermittler zu hoch gegriffen. Noch dazu seien die Brandorte (Container, Wiese, Lagerhalle, Gartenhaus), die Tageszeiten und die Brandursachen völlig unterschiedlich. Die Zahl der Brandeinsätze habe sich für die Feuerwehr Kiefersfelden in den vergangenen Monaten im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt, sagt Hager. Am späten Dienstagabend brannte ein Gartenhaus in einer Schrebergartenkolonie im Ortsteil Unterkiefer, jenseits der Autobahn nahe Wertstoffhof und Kläranlage. Wegen der Lärmschutzwand an der A93 schwer einzusehen, aber kaum zu überhören. Denn in dem Gartenhaus waren drei Butangasflaschen gelagert, die explodierten und die Nachbarn aufschreckten.

Von der letzten Explosion hörte die Feuerwehr Kiefersfelden auf der Anfahrt gegen 23.30 Uhr noch den Knall, berichtet Kilian Hager. Wie immer bei der Kieferer Feuerwehr bildeten sich Teams aus „alten Hasen“ und „jungen Wilden“, die sich daran machten, die Gasflaschen aus der Laube zu holen. Die Paarung von erfahrenen und jungen Kräften habe sich Hager zufolge bestens bewährt. 55 bis 60 Mann der Wehren aus Kiefersfelden, Mühlbach und Kufstein waren im Einsatz. Das Gartenhaus stand schon in hellen Flammen, also galt für die Feuerwehrler zunächst, ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude zu verhindern.

„Löschwasser war wegen der Nähe zum Kieferbach und zum Inn ja reichlich vorhanden“, teilt Hager mit. Die Kufsteiner habe er relativ schnell wieder nach Hause geschickt. Nachdem die Nachbargebäude gesichert waren, war der Einsatz „überschaubar“. Dass die Gartenlaube komplett niederbrennt, sei nicht mehr zu verhindern gewesen. Den Schaden schätzt die Polizei auf etwa 15000 Euro.

Hager dachte sich noch während dem Einsatz, dass bei einem derart massiven Vollbrand die Spurensuche „eher schwierig“ wird. Dem kann Sebastian Thurnhuber nur zustimmen. Brände seien biestig, da sei oft Vermuten oder gar Raten angesagt, weil kaum verwertbare Spuren zu finden seien. Einbrüche sind laut Thurnhuber einfacher: „Fenster eingeschlagen, Geld oder Ware weg und meist Fingerabdrücke oder andere Spuren hinterlassen.“

Aber natürlich seien die Kollegen der Kripo am Ermitteln. Glück im Unglück für den Laubenbesitzer: Der alte Herr hatte nur Stunden zuvor mit Freunden im Gartenhäuschen zusammengesessen, sich am Abend vor einer Operation noch etwas abgelenkt. Die Runde hatte sich nach Angaben von Polizei und Feuerwehr längst aufgelöst, als die Gasflaschen explodierten.

Ob beim Verlassen der Hütte etwas schief lief, auch danach schauen die Brandermittler. Und sie sehen sich all das an, was die Feuerwehrmänner Stück für Stück aus der Gartenlaube holten und auf Glutnester untersuchten. Das dauerte. Und bis die Feuerwehrleute ihre Fahrzeuge, Schläuche, Atemschutzgeräte und alles andere wieder in einen einsatzfähigen Zustand versetzt hatten, da waren dann trotz der schnellen Löschaktion mehrere Stunden vergangen. Sylvia Hampel

Artikel 4 von 11