Irschenberg/Rosenheim – Die Bundespolizei hat am gestrigen Dienstag einen Iraner auf richterliche Anordnung hin in eine Münchner Haftanstalt gebracht. Dem Mann wird vorgeworfen, fünf türkische Staatsangehörige mit dem Pkw illegal über die deutsch-österreichische Grenze geschleust zu haben. Dabei hatte er noch nicht einmal einen Führerschein – zumindest keinen echten. Was der 43-Jährige zunächst als einen Akt der „Nächstenliebe“ beschrieben hatte, stellte sich für die Ermittler in Rosenheim nach ersten Erkenntnissen als letzte Etappe einer offenkundig teuer bezahlten Schleusung dar. Die organisierte Reise des Quintetts aus der Türkei fand an der A8 auf Höhe Irschenberg ihr Ende. Eigenen Angaben zufolge handelt es sich bei den eingeschleusten Personen um Kurden, die ursprünglich aus der Türkei stammen. Sie erklärten, sich bereits in ihrer Heimat einer Schleuserorganisation anvertraut zu haben. Für die Beförderung nach Deutschland hätten sie 15000 Euro „hinterlegen“ müssen. Ihre Pässe seien ihnen von den Schleppern abgenommen worden.
Die fünf Geschleusten wurden einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet. Ihr Fahrer gestand bei der Bundespolizei in Rosenheim, dass seine erste Darstellung von der zufälligen Mitnahme der fünf Personen aus reiner „Nächstenliebe“ doch nicht ganz der Wahrheit entsprechen würde. Der zuletzt in Italien gemeldete Iraner wurde wegen des Verdachts des Einschleusens von Ausländern, der illegalen Einreise, des Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie des Verschaffens von falschen amtlichen Ausweisen angezeigt.