Die Bienen-Retter aus Wasserburg

von Redaktion

Warum der preisgekrönte Garten ein Pausenhof ist – Förderschule ausgezeichnet

Wasserburg – Blumenkästen hängen am Balkongeländer, Weiden sind zu einem Durchgang gebunden und neben dem Gewächshaus wachsen Kräuter in einem schneckenförmig angeordneten Beet. All das befindet sich nicht etwa in einer Gärtnerei, sondern auf dem Pausenhof der Wasserburger Förderschule am Max-Emmanuel-Platz. Hier kümmern sich Lehrkräfte mit den Schülern um die verschiedenen Beete. Kürzlich wurde das Förderzentrum am Englischen Institut dafür ausgezeichnet. Beim bundesweiten Pflanzwettbewerb der Organisation „Deutschland summt!“ überzeugte das Projekt „Wir tun was … Nicht nur für Bienen“ aus Wasserburg und belegte den dritten Platz aus 94 Einreichungen. Im Rahmen des Projektes haben die Kinder und Lehrkräfte verschiedene Bereiche des Pausenhofs bienenfreundlich umgestaltet. Unter anderem stellten sie Insektenhotels auf, erklärt Lukas aus der fünften Klasse. „Dafür haben wir mit einer Bohrmaschine Löcher ins Holz gebohrt“, ergänzt sein Mitschüler Luca. Zudem seien zwei Platten als Dach für die Brutstätte fixiert worden, sagt Nelima, auch aus der fünften Klasse. Außerdem hätten die Schüler Blumen in Töpfe gepflanzt und auf den Balkon gestellt, so die drei Kinder.

Von den Gartenarbeiten profitierten nicht nur Insekten, sondern auch die Kinder selbst. Neben Blumen hätten sie auch Gemüse angebaut, erklärt Kathi aus der siebten Klasse. „Dafür haben wir im Frühjahr die Beete erst von Unkraut befreit“, sagt sie. Neben Tomaten konnten die Kinder und Jugendlichen auch Kräuter und Kartoffeln ernten, berichten sie. Hauswirtschaftslehrerin Iris Sailer ergänzt, dass das geerntete Gemüse im Kochunterricht verwertet würde.

Sailer kümmerte sich neben den Klassenlehrern, Michael Sternischa und Hermann Manhart, sowie der Betreuerin der offenen Ganztagsschule, Inge Wolf, um die verschiedenen Bereiche des Gartens. Neben den Gemüsebeeten und Insektenhotels sei auch ein Teich mit verschiedenen Pflanzen bestückt worden. Sogar Hummeln hätten extra Häuser bekommen, sagt Sailer. So seien im Sommer viele Bienen auf dem Gelände der Förderschule zu finden, ergänzt Schulleiter Johannes Kaspar. „Deswegen herrscht zu der Zeit bei uns ein Barfuß-Verbot“, sagt er.

Ziel des Gartens und somit des Projektes sei es, den Schülern etwas zu lehren, das sie auch im späteren Leben brauchen könnten, betont der Rektor. Und genau das sei auch gelungen, wie Luca, Lukas und Nelima erklären. Neben Zusammenarbeit lernten sie, wie sie mit einer Bohrmaschine umgehen oder was sie beim Blumenpflanzen beachten müssten, erklären die Fünftklässler. Für den dritten Platz hätte die Schule ein Preisgeld von 300 Euro bekommen, das dem Förderverein übergeben worden sei, sagt Sailer. Für nächstes Jahr plant sie schon ein weiteres Projekt. Dabei soll der Gemüsegarten noch mehr im Fokus stehen, sagt die Hauswirtschaftslehrerin. Anna Weinfurtner

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