Acht Tage nach Einzug ist Traum vom Eigenheim zerstört

von Redaktion

Tragödie bei Hausbrand in Bachmehring: Meterhohe Flammen schlagen aus Gebäude

Eiselfing – Jeder, der schon mal ein Haus gebaut hat, kann nachvollziehen, wie es einer Eiselfinger Familie geht: Acht Tage nach dem Einzug in ihr neues Heim stand es lichterloh in Flammen. Aus der Traum. Ein Drama, das sich am Montagabend in Bachmehring zuspielte.

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Niemand wurde verletzt, berichtet ein erleichterter Einsatzleiter. Florian Hasieber, Kommandant der Feuerwehr Bachmehring, mag sich nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn dieser Brand in den Nachtstunden ausgebrochen wäre. Denn es war ein ungewöhnliches Feuer: Es entfachte sich außen am Gebäude. Zu nachtschlafender Zeit hätten die Bewohner es vermutlich erst sehr spät bemerkt, denn im Innern gab es laut Hasieber lange keine Rauchentwicklung, die Bewohner hätten im Schlaf überrascht werden können.

Die Familie war glücklicherweise nicht daheim, als um 16.15 Uhr der Alarm losging. Das Haus stand lichterloh in Flammen, als die Feuerwehr Bachmehring als erste am Einsatzort ankam. „Es sah aus, als würde das ganze Haus brennen, die Flammen züngelten meterhoch“, erinnert sich Hasieber.

Nach dem ersten Löschangriff stellte sich heraus, dass es die Fassade war, die brannte. Das Feuer hatte sich laut Einsatzleitung zwischen der Verschalung aus Holz, einer Holz-Lattung als Trägerkonstruktion und Dämmmaterial entwickelt. Letzteres besteht im Fall Bachmehring aus biologischer Zellulose, die schwer entflammbar ist.

Diese Eigenschaft hat die lasierte Holzverschalung nicht, die das in moderner Architektur gehaltene Hang-Haus im Bauhausstil verkleidet.

Bei der Bekämpfung der Flammen benötigte die Feuerwehr Bachmehring aufgrund des Ausmaßes Unterstützung. Nach der Erst-Alarmierung B3 (Dachstuhlbrand) wurde deshalb ein zweites Mal die Sirene ausgelöst und auf die Alarmstufe auf B4 erhöht: Die Einsatzkräfte aus Bachmehring und Wasserburg, die als erstes vor Ort waren, bekamen Hilfe durch Feuerwehrleute aus Aham, Penzing, Evenhausen, Babensham sowie Rott. Außerdem vor Ort: der Rettungsdienst und die Polizei Wasserburg. Insgesamt waren laut Kommandant Hasieber etwa 80 Personen im Einsatz. Da der Neubau an einer relativ engen Stichstraße liegt, konnte nur die Drehleiter nah heranfahren, sonst hätten sich die Einsatzfahrzeuge gegenseitig blockiert, berichtet Hasieber. Doch dank geschickter Einsatztaktik wurde laut Polizei Wasserburg die weitere Ausbreitung der Flammen verhindert. Die Feuerwehrleute mussten nicht nur löschen, sondern auch demontieren: Die gesamte Holzfassade wurde mit Kettensägen zerlegt und abgebaut, um an die Brandherde heranzukommen, so der Einsatzleiter. Bis Mitternacht war sie in großer Besetzung vor Ort. Zwei Männer schoben außerdem die Nacht über Brandwache. Gut so, denn sie entdeckten laut Hasieber bei ihren Kontrollgängen mit der Wärmebildkamera noch mehrere Glutnester: am Haus und in den Schutthaufen davor.

Die junge Familie musste nur acht Tage nach dem Einzug zu Verwandten ziehen. Aufgrund des Rauches und Löschwassers ist das neue Eigenheim derzeit nicht bewohnbar. Ob es saniert werden kann, steht noch nicht fest. Am Morgen nach dem Brand errichtete die Feuerwehr ein Notdach mit einer überdimensionalen Folie, denn es war Regen angesagt. Wie es nun weitergeht, ist noch unklar.

Der Schaden am Gebäude ist laut Polizeiinspektion Wasserburg „beträchtlich“, eine Folge der starken Ausdehnung des Feuers und der langandauernden Löscharbeiten. Nach den vorliegenden Erkenntnissen sei es noch ungeklärt, was das Feuer ausgelöst habe.

Die Ermittlungen sowie eine genaue Schadensbewertung werden laut Polizei durch die Kriminalpolizei in Rosenheim durchgeführt. Heike Duczek

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