Traditionsgasthaus „Linde“ schließt

von Redaktion

Pächtersuche auf der Fraueninsel

Fraueninsel – „Nein, Herr Ebner ist nicht zu sprechen“, erklärt eine hörbar verschnupfte Rezeptionistin am Telefon auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen, ob die „Linde“ zum Jahresende schließe. Auf weitere Fragen hat die Dame offensichtlich keine Lust und legt auf. Dabei geht es ja nicht nur um die Zukunft einer Institution auf der Fraueninsel und im Chiemgau, hinter einem solchen Traditionsbetrieb mit Restaurant, Hotel und schönem Gastgarten stehen Menschen. Mitarbeiter, die mit Engagement und oft Leidenschaft sich um das Wohl der Gäste sorgen. Seit 2019 führte Florian Ebner das Traditionshaus mit der wechselvollen Geschichte. Die Historie führt dabei weit in die Geschichte der Insel zurück, war durch die Einheirat des Chiemsee-Malers Max Haushofer in die Wirtsfamilie Dumbser prägend für die Entwicklung der Insel als malerischer Inspirationsort der sich entwickelnden Künstlerkolonie am Chiemsee. Hier wurde „Künstlergeschichte“ geschrieben, gemalt, gezeichnet und gelebt.

Im März 2019 hatte sich Ebner auf der Bürgerversammlung der Fraueninsel den Insulanern vorgestellt. Zuvor hatte der Freistaat die „Linde“ umfangreich saniert und damals konnte auch niemand mit der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen rechnen. Diese führte ab Frühjahr 2020 zu massiven Einschränkungen des gesamten öffentlichen Lebens und bedeutete für viele Gasthäuser im Nachklang das wirtschaftliche Aus.  Im Dezember 2025 augenscheinlich auch für die „Linde“ auf der Fraueninsel.

Konstantin Buchner, der Chef der Schloss- und Gartenverwaltung auf der Herreninsel und daher für die im Eigentum des Freistaates Bayern befindliche Immobilie verantwortlich, verweist auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen auf die Pressestelle der Bayerischen Schlösserverwaltung in München. „Das ‚Gasthaus zur Linde‘ soll voraussichtlich zum Jahresende 2025 an die Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee zurückgegeben werden. Sobald die Rückgabe erfolgt ist, wird die Bayerische Schlösserverwaltung ein Interessenbekundungsverfahren zur Pächtergewinnung durchführen. Die Vorbereitungen laufen derzeit“, schreibt Florian Schröter von der Pressestelle. Alexandra Dachs

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