Ein heftiger Sturm des Heiligen Geistes in Au

von Redaktion

Große Begeisterung für den Glauben beim Pfingstfest der Jugend – Pontifikalamt mit Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg

Au bei Bad Feilnbach – 270 angemeldete, vor allem junge und junggebliebene Teilnehmer kamen am Pfingstwochenende aus nah und fern nach Au, um am Fest des Heiligen Geistes ihren Glauben zu feiern und zu vertiefen. Viele Gläubige kamen auch zu einzelnen Programmpunkten hinzu. Marinus Gasteiger und Johannes Pauls hatten mit großem Engagement zusammen mit ihrem Team minutiös ein umfangreiches und sehr ansprechendes Programm vorbereitet, das von Maria Gasteiger und Andreas Anzinger gekonnt begleitet wurde. 70 Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf der beiden Tage. Bei der Tontechnik leistete Johann Scheidl professionelle Unterstützung. Bereits zum fünften Mal war die Pfarrei St. Martin in Au unter dem Motto „Pfingsten in Jerusalem, Pfingsten bei dir“ Teil einer pfingstlichen Erweckung im deutschsprachigen Raum, einem Projekt der Gemeinschaft Loretto in Salzburg.

Schon zum Auftakt zeigte die Pfingstband unter Leitung von Steffi Pauls beim Lobpreis ihr ganzes Können. Zu den Höhepunkten des Samstags gehörten sicherlich die beiden Vorträge von Kiro Lindemann und Schwester Teresa Zukic. Kiro Lindemann hatte im Alter von 19 Jahren bei einem Attentat auf die koptische Kirche in Alexandria seine Familie verloren. Nach dieser traumatischen Erfahrung und der Bedrohung des eigenen Lebens kam er im Jahr 2014 nach Deutschland. Nicht Hass gegen die Muslime präge sein Leben, vielmehr die Vergebung, so Lindemann. Eine Lebensgeschichte, die vielen unter die Haut ging.

Begeistert zeigten sich die Zuhörer auch von Theresa Zukic, die von ihrem Lebensweg von einer Leistungssportlerin zu einer Ordensfrau und dem Abenteuer Christsein erzählte.

Neu im Programm war heuer die Segnung der Vereine, Gruppierungen und Gemeinschaften der Pfarrei Au. Umrahmt von den Auer Bläsern, dem Männer Gesangverein und dem Auer Kirchenchor und Fürbittgebeten wurden ihre Vertreter von Pater John mit der Monstranz für ihre Arbeit und ihr Wirken in der Auer Dorfgemeinschaft gesegnet.

Ganz im Zeichen des Sakraments der Buße und Versöhnung stand der Abend der Barmherzigkeit. Gelegenheit zum Sakrament der Beichte, stille Anbetung vor der Monstranz mit dem „Allerheiligsten“, ruhige Lieder und tiefe Gebete sowie der eucharistische Einzelsegen durch Diakon Bernhard Kinne schufen eine berührende Stimmung, die die Gegenwart Gottes spürbar werden ließ. „Mein schönster Moment der Tage war die Segnung mit der Monstranz am Abend der Barmherzigkeit“, so eine junge Teilnehmerin.

Einen gemütlichen Ausklang fand der Abend schließlich im Schulhof mit vielen guten Begegnungen und Gesprächen.

Am Pfingstsonntag, der Geburtsstunde der Kirche, feierte Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg, Bischofsvikar für die Seelsorgeregion Süd des Erzbistums München und Freising in der vollbesetzten Pfarrkirche St. Martin, umrahmt von Pfarrverbandsleiter Pfarrer Ernst Kögler, Pater Andrew LC, Bruder Martin Thaller Sam Fluhm (geistlicher Begleiter des Pfingstfestes) und Diakon Bernhard Kinne den Festgottesdienst, der musikalisch von der Pfingstband zusammen mit dem Kinderchor stimmungsvoll gestaltet wurde.

In seiner Predigt verglich Weihbischof Stolberg Kirche heute mit der Musik, in der eine Partitur, ein Dirigent sowie Musiker und Sänger notwendig seien. Die Partitur, so Stolberg, sei das Evangelium, der Dirigent der Heilige Geist. Jeder Einzelne sei eingeladen, sich in der inneren Freiheit der Entscheidung mit all seinen Charismen und Gnadengaben des Heiligen Geistes im Orchester einzubringen. Aufgabe des Heiligen Geistes sei es, die Botschaft des Glaubens einmütig und verständlich zu verkünden, um die Herzen der Menschen zu erreichen.

Wie in der Musik, brauche es die Sinfonie, das Zusammenklingen, damit Glaube lebendig bleibt. Stolberg forderte die Gläubigen auf, im Einklang mit der Botschaft Gottes zu bleiben und neu gestärkt durch den Heiligen Geist ihren Sendungsauftrag wahrzunehmen und die Welt positiv zu beeinflussen. Weihbischof Stolberg zeigte sich nach dem Pontifikalamt sehr beeindruckt von der Stimmung und der Gemeinschaft des Pfingstfestes in Au, bei dem ein starker Sturm des Heiligen Geistes wahrzunehmen sei.

Nach dem Mittagessen nutzten viele die Möglichkeit, sich sportlich oder kreativ zu betätigen oder in verschiedenen Workshops z.B. über kleine und große Wunder – Abenteuer mit Gott zu diskutieren, über die Heilung, die tiefer geht und mehr als Selfcare bedeutet, nachzudenken, mehr über die Kraft des Glaubens zu erfahren oder auch unter dem Titel „Church of fire – Pfingsten ist erst der Anfang“ Gedanken über die Vertiefung des Glaubens auszutauschen.

Bewegenden Beispielen der Glaubenserfahrung in den Lebenszeugnissen folgte schließlich am Sonntagnachmittag das Gebet um den Heiligen Geist und die sogenannte Lebensübergabe, bei der viele junge und ältere Teilnehmer im Gebet ihr Leben Jesus anvertraut haben, um sich in ihrem Leben von ihm leiten zu lassen.

Eine große Zahl an Gläubigen erneuerte dieses Versprechen, das sie schon in den letzten Jahren am Pfingstfest gegeben hatten.

Mit lang anhaltendem Beifall bedankten sich die Teilnehmer des Pfingstfestivals bei den Verantwortlichen der Veranstaltung, die viele Möglichkeiten bot, die eigene Beziehung zu Gott zu stärken und in einer lebendigen Gemeinschaft im Glauben über Gott zu reden. Zwei Tage, die die Teilnehmer gleichermaßen berührten und inspirierten. „So muss es im Himmel sein! Lobpreis, der das Herz weit macht und der Zuspruch Gottes, in jeder Lebenssituation von ihm geführt und geleitet zu werden“, so das Resümee eines begeisterten Teilnehmers.

Zwei intensive Tage mit spiritueller Tiefe, die zu einem sichtbaren Zeichen wurden, dass die Botschaft des Evangeliums für viele Menschen auch in unserer Zeit eine wichtige Rolle spielt. Beseelt von den Erfahrungen und Eindrücken der beiden Tage wurde am Trogerhaus am Abend noch ausgiebig gefeiert.emz

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