Verbindung der Herzen bleibt bestehen

von Redaktion

Nach Antrag der Grünen: Rosenheim nimmt Kontakt mit Partnerstädten auf

Rosenheim – Die Corona-Krise stellt auch das Leben in Rosenheims Partnerstädten auf den Kopf. Deshalb hatten die Grünen in einem Antrag an Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) darum gebeten, mit den Partnerstädten Kontakt aufzunehmen. Diesem Wunsch kam die Stadtverwaltung im jüngsten Pandemie-Rat nach. Per Video-Konferenz.

Es knackt und rauscht, dann erscheint Luca Sebastiano, Bürgermeister von Lazise, auf der Leinwand im großen Sitzungssaal des Rosenheimer Rathauses. Er strahlt, winkt in die Kamera. Wenige Minuten später wird auch der für die Städtepartnerschaft zuständige Laziser Stadtrat, Claudio Bertoldi, dazu geschalten. Er trägt einen Mundschutz, befindet sich derzeit in Quarantäne. Julia Lorenzer, die Dolmetscherin für die Städtepartnerschaft, übersetzt.

„Die Situation in Lazise ist besorgniserregend“, sagt Oberbürgermeister Gabriele Bauer (CSU). So seien bereits 37 Menschen an dem Virus gestorben, vor allem in den Altenheimen sei die Situation schlimm. Trotzdem sollen, laut Luca Sebastiano, in der kommenden Woche in Lazise die ersten Lockerungen stattfinden – nach einer siebenwöchigen Ausgangsbeschränkung.

„Unsere Stadt lebt vom Tourismus. Wir machen uns große Sorgen, wollen aber auch nicht zu voreilig sein“, sagt er. Sebastiano fühle sich in die Zeit vor 40 Jahren zurückversetzt, als Lazise gerade mit dem Tourismus begann. „Die Situation ist sehr ungewohnt. Außer uns ist niemand da“, sagt er.

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer fühlte mit ihrem Kollegen, machte aber auch deutlich, dass nur dann Menschen nach Italien reisen könnten, wenn die „Situation wieder sicher ist“. „Wir werden die Krise gemeinsam bewältigen“, versprach Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.

Ohne Erlaubnisschein 135 Euro Strafe

Ähnlich schwer ist die Situation in Rosenheims französischer Partnerstadt Briançon. Schulen und Kindergärten sind geschlossen, wer das Haus verlässt, um einzukaufen oder spazierenzugehen, muss einen sogenannten Erlaubnisschein vorweisen. Fehlt dieser Schein, droht eine Strafe von 135 Euro, teilt die Stadt Rosenheim in einer Pressemitteilung mit.

Die Anfrage aus Rosenheim, ob Hilfe benötigt werde, habe Gérard Fromm, Bürgermeister von Briançon, mit einem „sehr herzlichen Dank für diesen Beweis der Solidarität zwischen den beiden Städten“ beantwortet. Außer Schutzmasken, die derzeit überall benötigt werden, fehle es in Briançon jedoch an nichts.

Für die Partnerschaftskomitees und die Menschen in beiden Städten ist klar: „Wenn wir uns schon nicht mehr treffen können, so bleiben unsere Herzen doch in Verbindung“, heißt es in der Pressemitteilung. hei

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