Autofrei in die Schule

von Redaktion

Grundschule Erlenau schärft mit der Aktion das Umweltbewusstsein der Kinder

Rosenheim – Die beiden Schüler Aurel und Lucas gehen ohnehin an den meisten Tagen zu Fuß in die Grundschule Erlenau. Doch in der vergangenen Woche haben sich ihnen einige ihrer Klassenkameraden angeschlossen. Die Schule veranstaltete vom 9. bis zum 13. Mai die erste Woche ihres Projekts „Autofrei in die Schule“. Das Ziel der Aktion ist es, den Schülern ein gewisses Umweltbewusstsein zu vermitteln.

Kommen die Schüler zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Roller zur Schule, bekommen sie von ehrenamtlichen Helfern jedes Mal einen Stempel. Haben sie am Ende des Projekts neun Stempel gesammelt, gibt es für sie eine Belohnung: ein „Steckerleis“. Doch nicht nur die einzelnen Schüler sollen nach Beendigung der Projektwochen belohnt werden, auch die Klassen gehen nicht leer aus.

Haben in einer Klasse mindestens 50 Prozent der Schüler an einem Tag einen Stempel erzielt, bekommt die Klasse ein Puzzleteil. Ist das Puzzle am Ende der beiden Projektwochen komplett, bekommt sie als Gewinn ein Picknick vom Förderverein spendiert.

„Wir haben einen Erziehungsauftrag, der auch die Umwelterziehung mit einschließt“, erklärt Schulleitung Alexandra Bogris. 2019 wurde das Projekt auf Initiative eines Fördervereinsmitglieds ins Leben gerufen. Dieses Jahr findet es nun schon zum zweiten Mal statt. Hierbei geht es jedoch nicht darum, möglichst viele Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Kinder, die beispielsweise einen besonders langen Schulweg haben, werden von ihren Eltern an einen sicheren Ort gefahren, an dem sie sich mit ihren Mitschülern treffen und von dort aus den restlichen Weg zu Fuß gehen.

Dies scheint in Lucas und Aurels Klasse bisher schon gut zu funktionieren. Sie haben gemeinsam mit ihren Mitschülern schon die ersten fünf Puzzleteile gesammelt.

Nicht nur die Umwelt steht bei dem Projekt im Vordergrund. Das Augenmerk wird auch auf die Bewegung der Kinder gelegt. So können sich die Schüler im darauffolgenden Unterricht besser konzentrieren und sich auf dem Nachhauseweg mit einem Mitschüler über den heutigen Schultag austauschen. „Die Bewegung macht den Kopf frei“, sagt Bogris.

Außerdem sei das Gefahrenpotenzial an der Schule umso größer, umso mehr Kraftfahrzeuge sich auf dem Gelände befinden. Denn gerade in der dunkleren Jahreszeit seien die Kinder schnell zu übersehen. Um den Kindern in dieser Situation zu helfen, warten ehrenamtliche Schulwegbegleiter an den schwierigen Verkehrsknotenpunkten um das Schulgelände, um die Schüler sicher an ihr Ziel zu bringen.

Und dennoch seien in der Vergangenheit viele Kinder mit dem Auto in die Schule gebracht worden. Das Projekt soll dies ändern. „Viele Eltern fahren ihre Kinder wirklich bis vor die Haustüre“, erzählt Alexandra Bogris. Dabei fahren sogar einige durch die Feuerwehrzufahrt und ignorieren jegliche Absperrungen. „Manche halten auch auf dem stets befahrenen Lehrerparkplatz, um ihre Kinder aussteigen zu lassen“, sagt Bogris.

Die Rückmeldung der Eltern und Kinder sei durchgehend positiv. Aurel und Lucas stellen fest, dass auch ihre Mitschüler nun seltener mit dem Auto in die Schule fahren und hoffen darauf, dass es auch in der zweiten Woche so bleibt, damit sie sich auf ein gemeinsames Picknick freuen können. In der Woche vor den Pfingstferien können sie hierfür die letzten vier Puzzleteile sammeln.Sophia Mayer

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