Rosenheim – Vergangenes Jahr spielte sie auf dem Rosenheimer Sommerfestival als Opener für Santana, einen ihrer „musikalischen Helden“, wie sie selbst sagt: Toby Beard, Singer-Songwriterin aus Perth, Westaustralien. Die 45-Jährige war bereits 2014 in Rosenheim zu Gast und wird am 11. Februar wieder ein Konzert im Ballhaus geben. Vorab verrät sie im Gespräch mit dem OVB, was sie an der Region so mag, wie sie zur Musik kam und welcher Song ihr besonders viel bedeutet.
Im Juli 2025 waren Sie bereits beim Rosenheimer Sommerfestival zu Gast. Wie ist Ihnen der Auftritt in Erinnerung geblieben?
Ich erinnere mich an diesen Auftritt als einen absoluten Höhepunkt meiner zwei jahrzehntelangen Karriere. Als Vorband für Santana zu spielen – einen meiner musikalischen Helden – war ein wahr gewordener Traum. Als wir die Bühne betraten, fühlten wir uns von der riesigen Menge sofort willkommen geheißen. Jede Sekunde jedes Songs fühlte sich berauschend an. Es hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht!
In den vergangenen Jahrzehnten waren Sie schon öfter in Rosenheim. Was gefällt Ihnen an der Stadt oder der Region am meisten?
Ich liebe die Menschen, ihre Begeisterung für Live-Musik und natürlich den Blick auf die Berge in der Ferne. Ich komme aus Perth in Australien, wo es überhaupt keine Berge gibt. Deshalb ist der Anblick für mich immer wieder ein echtes Erlebnis.
Wie würden Sie Ihre Musik beschreiben?
Es ist eine Mischung aus Folk, Blues, Roots und Rock. Sehr emotional getrieben, voller Energie und mit ehrlichen Texten.
Was macht die Lieder von Ihrem neuesten Album „Here with me“ aus?
„Here with me“ ist eine sehr ehrliche Platte. Die Songs sind alle im echten Leben verankert. Es geht um Liebe, Verlust, Resilienz, Mutterschaft, das Tourleben und die leisen Momente dazwischen. Es ist ein Album über die Verbindung mit sich selbst, den Menschen, die man liebt, und dem Publikum, das zuhört. Musikalisch bewegen sich die Tracks irgendwo zwischen souligem Folk, Roots und Acoustic Rock, mit einem starken Fokus auf dem Storytelling. Ich wollte, dass sich jedes Lied persönlich und gleichzeitig universell anfühlt – so, als säße man mit mir im selben Raum, während ich singe. Das Album ist emotional, hoffnungsvoll, manchmal rau, aber immer in der Wahrheit verwurzelt.
Was bedeutet Musik und das Musikmachen für Sie persönlich?
Es ist meine Art, mich auszudrücken und mich mit Menschen auf der ganzen Welt zu verbinden. Es ist ein wunderschöner Weg, seine persönliche Geschichte zu erzählen, und ich fühle mich auf der Bühne vollkommen wie ich selbst. Die Musik ist ein riesiger Teil von mir und davon, wie ich mein Leben gestalte.
Haben Sie auch musikalische Vorbilder?
Oh, sehr viele. Die Beatles, Queen, Janis Joplin, Glen Hansard, Paolo Nutini, Aretha Franklin, Édith Piaf … Die Liste ist viel zu lang.
Was inspiriert Ihre Lieder?
Leben, Verlust, Liebe, Reisen, Familie und Beziehungen. Gibt es einen Song aus Ihrem Repertoire, der Ihnen besonders am Herzen liegt?
Alle meine Lieder liegen mir aus persönlichen Gründen sehr am Herzen. Auf der kommenden Tour fühle ich mich mit meinem Song „Utah“ besonders verbunden. Ich habe ihn vor Jahren backstage bei einem Festival in Utah geschrieben. Meine Oma war eine Woche zuvor verstorben und wir standen uns unglaublich nahe. Als ich auf die Wüste und die roten Felsen blickte, spürte ich plötzlich ihre Anwesenheit. Die Weite dieses Ortes berührt einen zutiefst.
Wie kamen Sie zur Musik?
Ich habe Musik schon von klein auf geliebt. Mit neun Jahren habe ich angefangen, Klavier zu spielen. Mit zwölf Jahren kam dann die Gitarre dazu. Meine erste „Band“ habe ich schon mit neun gegründet – und dabei die schlechtestmöglichen Songs geschrieben.
Worauf können sich die Rosenheimer freuen?
Sie können unglaublich talentierte Musiker in meiner Band erwarten, dazu Spaß, Energie, eine ganz starke Verbindung zwischen den Bandmitgliedern und dem Publikum, ehrliche Songs und einen wundervollen Auftritt. Ich freue mich so sehr, nach Rosenheim zurückzukehren! Jeder kann kommen und seine Freunde mitbringen. Das würde uns sehr glücklich machen. Wir haben die Tour um drei Tage und 20 zusätzliche Fahrstunden verlängert und kommen den ganzen weiten Weg aus Australien, um alle zu sehen.
Sophie Mischner