Ein kleiner Bub mit großem Herz

von Redaktion

Seine 30 Euro Taschengeld spendete er an die Rosenheimer Tafel, ohne zu zögern. Samuel Sotera wurde vor Weihnachten auf eine Spendenaktion aufmerksam und nahm sofort daran teil. Ihm ist es wichtig, zu helfen. Nun plant der Zehnjährige schon seine nächste Spendenaktion.

Rosenheim – Ob bei seiner Familie oder seinen Freunden: Samuel Sotera ist ein Bub, der gerne gibt und andere glücklich macht. Beim Einkaufen kurz vor Weihnachten im Nahkauf in Happing entdeckte er das Plakat für die Spendenaktion der Tafel: „Kaufen Sie zwei, spenden Sie eins“. Für den Zehnjährigen war sofort klar, dass er sein gesamtes Taschengeld in Lebensmittel investieren will, die er im Anschluss der Tafel spendet.

Haltbare Lebensmittel
und Hygieneartikel

Doch zuerst musste seine Mama ihm erklären, was die Tafel ist. „Als sie mir gesagt hat, die spenden an hilfsbedürftige Menschen, wollte ich gleich anfangen“, sagt Samuel. Also fragte er nach, wie und was er spenden kann.

So ging er durch die Regale und sammelte die haltbaren Lebensmittel und Hygieneartikel für die Tafel zusammen. „Er hat gleich meinen Einkaufswagen gefüllt“, erzählt Mara Sotera, Samuels Mama. Doch in seinem Eifer hat sie ihren Sohn erst mal ausgebremst. „Ich spende gerne zwei, drei Sachen. Aber ich musste mich auch auf meinen Einkauf konzentrieren“, sagt sie.

Das stellte für Samuel allerdings kein Problem dar: Er entschied, dass er die Lebensmittel und Hygieneartikel von seinem eigenen Taschengeld bezahlt. „Ich hätte mir sonst irgendwelche Spiele für eine Konsole davon gekauft“, erzählt Samuel. Doch als er die Möglichkeit sah, mit dem Geld Menschen helfen zu können, zögerte er nicht lange.

Doch beim Einkauf beließ es Samuel nicht. Im Anschluss stöberte er bei sich zu Hause durch die Vorratsschränke. „Er fing bei seinen Duschgels, Süßigkeiten und seinen ganzen Vorräten an“, sagt Mara Sotera. Aber auch aus den Vorräten seiner Mutter durfte er sich bedienen: Nudeln, Tomatensoßen, Orangensaft.

All das brachte er in zwei vollen Tüten ebenfalls als Spende zur Tafel. „Als ich die Tüten abgegeben habe, haben die gesagt: ‚Stopp, das muss belohnt werden!‘ und haben ein Foto von mir gemacht“, erzählt der Zehnjährige stolz.

„Diese selbstverständliche Hilfsbereitschaft hat uns sehr berührt“, sagt eine Mitarbeiterin der Tafel Rosenheim. „Gerade solche Gesten zeigen, wie früh soziales Verantwortungsgefühl entstehen kann – und wie wichtig Vorbilder im Alltag sind.“ Großzügig ist Samuel laut seiner Mama schon immer. „Nicht zwingend nur bei hilfsbedürftigen Menschen. Er ist auch unter seinen Freunden und der Familie sehr spendabel“, sagt Mara Sotera. So leihe und gebe er Freunden am Pausenverkauf in der Schule gerne etwas aus.

„Weihnachten 2024 war es total süß: Er wollte, dass ich ihn zu Rossmann fahre. Da hat er für alle in der Familie, die Weihnachten mit uns gefeiert haben, selbst Geschenke organisiert“, sagt Mara Sotera. In solchen Dingen ist er selbstlos, hat ein großes Herz und will anderen eine Freude bereiten, sagt seine Mama. Doch warum ist das dem Zehnjährigen so wichtig? „Wenn ich arme Menschen sehe oder Tiere auf der Straße, habe ich Mitgefühl. Deswegen will ich viel spenden, weil die kein Geld haben“, sagt der Viertklässler.

Mitschüler sollen
ebenfalls Gutes tun

Nach seiner Spendenaktion vor Weihnachten will er jetzt noch mehr für die Tafel tun. „Er möchte eine Spendenaktion an seiner Schule in Happing starten“, erklärt Samuels Mama. Sie habe sich diesbezüglich auch schon mit der Schulleitung in Verbindung gesetzt. Diese freut sich, die Aktion zu unterstützen. Samuel will vor Ostern durch die Klassen gehen und seinen Mitschülern von der Tafel erzählen, damit möglichst viele bei seiner Hilfsaktion mitmachen, um so dann wieder bedürftigen Menschen zu helfen.

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