Festlich gekleideter Petrus als Besonderheit zum Gedenktag

von Redaktion

Günter Reichelt aus Rosenheim erinnert sich an seine Besuche anlässlich des Festes Peter und Paul im Petersdom in Rom

Rosenheim – In der katholischen Kirche ist es traditionell üblich, dass Priesterweihen am 29. Juni, dem Gedenktag der Apostelfürsten und Märtyrer Petrus und Paulus, stattfinden. Das gilt auch für die Diözese München und Freising, und so empfingen an diesem Tag die Traunsteiner Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., sein Bruder Georg, langjähriger Domkapellmeister in Regensburg und Josef Berger als späterer Stadtpfarrer von Bad Tölz am 29. Juni 1951, also vor 75 Jahren im Mariendom zu Freising die Priesterweihe von Michael Kardinal Faulhaber. Aber auch in anderer Hinsicht ist der Gedenktag der wichtigsten Heiligen der Christen ein ganz besonderes Datum, denn er ist zugleich verbunden mit dem Kirchenpatrozinium der Peterskirche in Rom, der Grabeskirche des heiligen Petrus, und der Basilika St. Paul vor den Mauern, in der die Gebeine des heiligen Paulus ruhen. Das vermutete Petrusgrab befindet sich in der Vatikanischen Nekropole, dem ehemaligen Gräberfeld im Altertum, unter den Grotten des Petersdoms. Nach Auffindung des Grabes und der wissenschaftlichen Untersuchung gab Papst Paul VI. am 26. Juni 1968 bekannt: „Die Reliquien des heiligen Petrus sind in einer Weise identifiziert worden, die wir als überzeugend annehmen müssen.“ Ich konnte nach vorheriger Anmeldung mit einer beschränkten Besucherzahl die jetzige Grabstätte des Heiligen wieder sehen. Zum Abschluss des „Paulusjahres“ anlässlich des 2.000. Geburtstags des Völkerapostels meldete Benedikt XVI. 2009 eine archäologische Sensation. 2005 war in St. Paul ein Sarkophag mit Knochen und Stoffresten entdeckt worden. Sie wurden untersucht und konnten auf das 1. oder 2. Jahrhundert datiert werden. „So schien es also zweifelsfrei festzustehen, dass es sich hierbei wirklich um die Reste des Apostels Paulus handelt“ konnte der Heilige Vater folgern. „Diese Entdeckung berührt uns zutiefst.“

Bis zu ihrer Überführung an die jetzigen Orte waren die Reliquien der beiden Apostelfürsten in der Katakombe San Sebastiano unter der Basilika San Sebastiano fuori le mura – vor den Mauer – an der Via Appia Antica an der aurelianischen Stadtmauer beigesetzt. Bereits für das Jahr 258 ist das gemeinsame Fest „Peter und Paul“ nachgewiesen. Bis 1976 beging ganz Italien den 29. Juni als gesetzlichen Feiertag. Neben anderen „staatlichen“ Feiertagen gilt der 29. Juni als gesetzlicher Feiertag im Vatikanstaat. Am Hochfest der Apostelfürsten ist die Statue mit rot-goldenen päpstlichen Paramenten und der einzigen in Rom noch in Gebrauch stehenden Tiara geschmückt. Dieses Ereignis gibt es nur zweimal im Jahr; am Fest Peter und Paul und am Hochfest der Cathedra Petri am 22. Februar.

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