München – Auf Nachrichten wie diese hatte er lange warten müssen. Mit entsprechend tiefer Zufriedenheit verkündete Tim Lobinger dieser Tage im Bayerischen Rundfunk: „Ich habe einen absolut stabilen gesundheitlichen Zustand“, sagte der 46-Jährige, „Ich bin momentan, wie es so schön heißt, krebszellenfrei.“
Und das heißt beim einstigen Weltklasse-Stabhochspringer schon eine ganze Menge. Seit er im März 2017 die Diagnose Leukämie erhielt, hatte er vor allem Rückschläge hinnehmen müssen. Fünf Chemotherapien hatte er zunächst durchlaufen, hatte sich intensiven Bestrahlungen unterzogen. Und doch stießen die Mediziner auf neue Krebszellen. Eine Stammzellentransplantation folgte als nächste Hoffnung. Doch dieser Versuch endete dramatisch: Lobingers Körper stieß die transplantierten Zellen ab – seine Leber war akut entzündet, er musste in die Notaufnahme.
Nun scheint alles anders, auch wenn der Krebs ein kaum berechenbarer Gegner ist. Derzeit gibt es keine Hinweise auf den Feind in seinem Körper. Lobinger äußerte sich entsprechend zumindest vorsichtig optimistisch, was die weiteren Perspektiven angeht. „Ich gehe jetzt davon aus, dass ich mit einem weiteren Heilungsverlauf die nächsten zehn, fünfzehn Jahre dementsprechend auch noch munter weiter planen kann“, sagte er.
Und so hat er nun auch begonnen, sich mit der Zukunft zu befassen. Lobinger liebäugelt mit einer Rückkehr in den Profisport. „Ich versuche, dort einen Anker zu werfen“, sagte er. Vor seiner Erkrankung hatte der dreifache Familienvater für insgesamt vier Jahre als Fitnesscoach beim heutigen Fußball-Bundesligisten RB Leipzig gearbeitet. Einen Weg wie diesen könnte er sich nun auch wieder vorstellen, hatte Lobinger zu Jahresbeginn erklärt. Neben Fachwissen hat er dort auch viel persönliche Erfahrung zu bieten. rp