Frustrierender Jubiläumstag
EHC München mit neunter Niederlage im Dezember: 3:4 nach Penaltyschießen gegen Iserlohn
München – Fans des Münchner Eishockeys schwelgten in Erinnerungen am Silvester-Vortag. Vor zehn Jahren, am 30. Dezember 2011: Der EHC spielte erstmals in der großen Olympiahalle, verkaufte über 10 000 Tickets und fegte mit einem 5:0 über die Augsburger Panther hinweg. Der EHC war damals noch ein Außenseiter in der DEL, trainiert wurde er von Pat Cortina, die Red-Bull-Millionen flossen erst eineinhalb Jahre später.
Der Kontrast zum Fest von vor zehn Jahren nun am letzten Donnerstagabend 2021. Dass sich alles so anders anfühlte, hatte zuvorderst mit der Corona-Pandemie zu tun. Derzeit sind wieder Geisterspiele verordnet, die kleine Olympia-Eishalle, angestammte Heimat des EHC, war leer. Maximal trostloses Ambiente in der Zeit, die eigentlich die zuschauerträchtigste ist. Und das Spiel? Hatte nicht die eruptive Wucht jenes zehn Jahre alten 5:0, aber eine attraktive Dramaturgie. Im letzten (Heim-)Spiel des Kalenderjahres gegen die Iserlohn Roosters, den Tabellen-13,, machte der EHC München einen 0:3-Rückstand wett, verlor dann aber im Penaltyschießen. Endstand somit 3:4 (0:2, 1:1, 2:0, 0:0, 0:1) – im elften Spiel des Dezembers die neunte Niederlage. Stürmer Justin Schütz: „Es nervt.“
Ein Akteur von 2011 war diesmal noch dabei – allerdings auf der Gegenseite: Martin Schymainski, der Kraftwürfel, der mit zwei Toren gegen Augsburg vor zehn Jahren seine Sternstunde erlebt hatte, spielt seit einigen Wochen in Iserlohn, davor war er Krefeld. Er konnte sich mit seinen neuen Kollegen wundern, wie wenig Gegenwehr von Münchner Seite kam; der EHC bot eines seiner desaströsesten Drittel, bereits nach etwas mehr als einer Minute flog der Puck erstmals über Torwart Aus den Birkens Fanghand (Broda, 0:1), per handelsüblichem Schlagschuss durch Verteidiger Sena Acolatse baute Iserlohn auf 2:0 aus. Jonathan Blum vom EHC Mümchen schlug im Drittelpausen-Interview bei Magentasport Alarm: „Wir müssen Kontrolle über das Spiel gewinnen, bevor es zu spät ist.“
Dem EHC fehlt gerade Energie – bedingt auch durch das Fehlen von Spielern: MacWilliam täte der Abwehr gut, die schnellen Tiffels, Ehliz und Mauer dem Sturm, der mit drei Reihen auskommen musste, während die Roosters ökonomischer mit vieren agieren konnten. Der abwehrpassive EHC fing sich sogar noch das 0:3 ein (Cornel, 22.), erst danach wurde Münchner Wehrhaftigkeit spürbar. Gogulla (39.) und Parkes nach von ihm selbst eingeforderten Videobeweis brachten mit dem 2:3 Perspektive ins Spiel. Mit wiedergefundener Mentalität gelang Trevor Parkes 23 Sekunden vor der letzten Drittelsirene das 3:3. Es wäre laut geworden – ohne Corona.
Für die Entscheidung wurde letztlich das Penaltyschießen benötigt. Alle drei Münchner (Smith, Redmond, Ortega) scheiterten, Bailey traf für Iserlohn.