TV-KRITIK

Wann spielt Taylor Swift in Kloppos Boyband?

Jörg Heinrich

Kompetenz-Quartett: JBK, Klopp, Yakin und Müller. © MagentaTV

Die WM dauert schon so lange – es soll Paare geben, die haben sich in der Zwischenzeit kennengelernt, Kinder gezeugt und sich scheiden lassen. Einige Kids waren beim Eröffnungsspiel 1,12 Meter klein und verdienen ihr Geld mittlerweile in der NBA. Es sind sogar ganz neue Wörter entstanden, zum Beispiel von Mats Hummels. Er hat die „Katastrophalität“ erfunden. Wobei: So schlimm ist die WM auch nicht, Mats. Wir stellen die neuen Fernsehhelden vor.

Familie Fuss-Kraft: Wenn Magenta-Moderatorin Anna Kraft den mit ihr verbandelten Wolff Fuss begrüßt, entspinnen sich putzige innerfamiliäre Dialoge. Herr Fuss an Frau Kraft vor dem Spiel Argentinien – Ägypten: „Hallöchen, wie geht’s den Kindern?“ Antwort aus München: „Wunderbar. Du sollst einen Pharaonen-Hut für die Kleine und ein Trikot für die Große mitbringen, natürlich von Messi.“ Kein Problem, verkündet der Gatte: „Beim Frühstück im Hotel, ums Eck vom Stadion, waren 100 Messis und zwei Pharaonen da“ – da sollte locker das ein oder andere Messi-Leiberl rausspringen.

ARD-Fachkräfte: Das Kölner Studio-Kabuff wirkt immer noch so depri, als ginge es nicht um die Fußball-WM, sondern um die mittelhessische Völkerball-Meisterschaft. Und Lea Wagner würde sogar den Weltuntergang mit ihrem rigorosen Grinsen verkünden. Bei ihr sieht man übrigens, wie lange die WM schon geht: Zum Auftakt war sie höchstens ein bisschen schwanger, nun steht die Geburt unmittelbar bevor. Wobei beim Ersten durchaus guter Journalismus betrieben wird. Lovely Almuth Schult erklärte brillant, warum Messis minimale Ausholbewegung beim Schießen sein Erfolgsgeheimnis ist. Thomas Hitzlsperger wirkt zwar immer nur mittelgut gelaunt, aber seine Analyse der DFB-Trainerhektik war fabelhaft: „Warum jetzt alles so schnell – nur weil der Aki und der Olli und der Kloppo und der Andi sagen, so machen wir’s?“

Müller-Comeback: Der Raumdeuter deutet wieder! Bei Schweiz – Kolumbien in seinem Vancouver-Wohnzimmer kehrte Thomas Müller ans Magenta-Mikro zurück. Er analysierte am Dienstag und spielte am Mittwoch im Kanada-Pokal. Diese Arbeitseinstellung gefällt dem Kanzler. Müller sinnierte, ob er Beinahe-Bundestrainer Klopp noch duzen darf. Dessen Antwort: „Dürfen Sie!“ Konjunktiv-Kloppo plauderte launig über seine berufliche Neuorientierung („Wenn es so kommen sollte, dann wäre es so…“). Und Nati-Trainer Murat Yakin schaute außerplanmäßig bei der TV-Prominenz vorbei. Jeder will mit der Boyband abklatschen. Wenn Taylor Swift ins Stadion kommt, oder der Papst: Ihr Auftritt bei Magenta wäre sicher!

Das brave Schreikind: Magenta-Kommentator Christian Straßburger weiß, dass er bei vielen als ohrenzerfetzender Schreihals gefürchtet wird. Wir fanden’s beim Schweiz-Spiel gar nicht so schlimm. Plärr-Straßi hielt die Dezibel im Rahmen und kommentierte gewitzt: „Borussia Mönchengladbach. Den Verein könnte ich bei den Schweizern alle fünf Minuten nennen. Mach ich auch!“ Und bei einer Kolumbien-Einwechslung: „Quintero geht dahin, wo James gespielt hat – also überall.“ Das war fast wie in der Colgate-Werbung, vor vielen Jahren beim Auftakt dieser WM: „Mutti, er hat überhaupt nicht ge-ohrt!“

Montag, 13. Juli 2026
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