ePaper-Meldung

Liebe Abonnentinnen und Abonnenten,
Wegen Wartungsarbeiten an unserem Anmeldesystem haben wir das ePaper vorübergehend freigeschaltet.
Alle OVB-Lokalausgaben können Sie derzeit ohne Anmeldung lesen.

TV-KRITIK

Chris Kramer, der Analyse-Witwer

Kaum ist Jürgen Klopp drei Spiele im Amt, fragen alle schon nach dem Nachfolger. Nein, wir reden natürlich nicht vom Bundespöhler, sondern von Per Mertesacker, der gestern als ZDF-Experte seinen Hut nahm. Er wird Großwesir beim DFB, und Chris Kramer ist jetzt Analyse-Witwer. Wir sezieren Kloppo III. aus der Josh-Kimmich-Perspektive – als interessierte Zuschauer.

– Die Quasselbande: Hello Goodbye, haben die Beatles schon 1967 gesungen. Übersetzt: „Hawedehre und Pfiat’s Eich God.“ Jochen Breyer hatte die bittere Wahrheit parat: „Es ist der dritte Akt von Jürgen Klopp, und leider der letzte von Per Mertesacker.“ Kloppo wusste schon, dass er nett zu seinem angehenden Vorgesetzten sein muss: „Ich habe ihn mit Chef begrüßt. Ich glaube, er ist mein Chef. Aber ich bin mir nicht ganz sicher.“ Oberbefehlshaber Merte bestätigte die neue Hierarchie: „Wahrscheinlich schon.“ Sein Arbeitseinsatz erinnert bisher eher an Jens Spahn, aber Mertesacker gelobt: „Ich werd ab Montag mal in Frankfurt vorbeischauen.“

– Der Froh-Witwer: Für Chris Kramer ist eine Mittel-Maß nach wie vor ein überteuertes Wiesn-Bier – und nicht die Qualität der DFB-Elf. Der zweit-euphorischste deutsche Ex-Fußballer (nach Kloppo) war überzeugt: „Das ist die stärkste Elf, die wir in den letzten drei Spielen aufs Parkett schicken.“ Und er wusste, dass das bisherige Klopp-Casting eher wenig Aussagekraft hat: „Diese Startelfen werden nie mehr zusammenspielen.“ Oder heißt es Startelfs? Das ZDF hat jetzt eine Aufgabe von kloppschen Ausmaßen, ein Skeptiker-Pendant zu Sonnenschein-Kramer zu finden. Dürfen wir uns Toni Kroos wünschen?

– Der Klopp-Mahner: Kommentator Olli Schmidt hatte sich zunächst vorgenommen, Finger in Wunden zu legen. Er grantelte über „Stotterstart“ und „Euphoriedelle“ und durchaus zu Recht über „medialen Personenkult“ rund um Klopp. Der ZDF-Mann klang so sparsam gelaunt, als wäre Nagelsmann noch da. Aber so schlimm war’s dann doch nicht. Schmidt lobte Bayern-Talent Tom Bischof früh: „Er beherrscht den Distanz-Doppelwumms.“ Spätestens nach dem Tor war Olli zufrieden mit dem deutschen Spiel: „So viel Aufwand, so viel Energie, so viel Tempo.“ Irgendwann kriegt er halt jeden, der Kloppo.

Freitag, 2. Oktober 2026
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie das OVB ePaper in Top-Qualität und testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos und unverbindlich.