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Die erste Feier der Ära Klopp

Dauer-Offensive bringt 2:0 gegen Serbien – Baur 1000. Nationalspieler

Erleichterung pur: Endlich hat ein Schuss gesessen. Der von Tom Bischof zum 1:0. © Tom Weller, Sven Hoppe/dpa

München – Fußball-Deutschland, wohin geht die Reise? TV-Experte Bastian Schweinsteiger sprach neulich vom endgültigen Ankommen „im Mittelmaß“, und zwischen dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp und dem alten Kapitän Joshua Kimmich bahnt sich ein Revierkampf an. Klar ist: Zur Bestätigung seines Experimentierkurses braucht Klopp Ergebnisse. Im dritten Spiel unter seiner Regie bekam er ein passendes: den ersten Sieg, ein 2:0 (1:0) gegen das in der Nations League punktlose Serbien.

Joshua Kimmich hätte gestern Abend in seinem Stadion gerne gespielt, doch Klopp hatte seine Gesuche abgelehnt und angemerkt: „Je öfter man fragt, desto weniger wahrscheinlich bekommt man das, was man will.“ Er wolle halt mal sehen, wie sich andere Spieler „ohne die Platzhirsche“ machen. Den Kimmichs wünschte er „einen erholsamen Familienurlaub“. Das Kapitänsamt übernahm nach dem Kriterium „Der mit den meisten Länderspielen“ Serge Gnabry in seinem 62. Der Würde der Führungsposition entsprechend nahm er bei der Hymne das Stirnband ab. Im zweiten Durchgang ohne Gnabry ging die Bande an Florian Wirtz (47. DFB-Auftritt).

Das Publikum in München hatte trotz aller Debatten Lust auf ein Schland-Erlebnis, und die erste Hälfte wurde zu einer deutschen Offensiv-Dauerwelle. Unterbrochen von dem einen Moment in der 32. Minute, in dem die Defensive kollabierte. Der Konterlauf von Kostic, dessen Pass Nedeljkovic um einen halben Schritt verpasste – fast das 0:1. Es entsprach dem Spielverlauf viel mehr, dass in der 39. Minute das 1:0 durch Tom Bischof fiel, nachdem Florian Wirtz den Pfosten getroffen hatte. Klassischer Fall von „lag in der Luft“. Es war die neunte gute Abschlusschance der DFB-Elf.

Jonas Urbig und Derry Scherhant waren die Debütanten in der Startelf, mit Said El Mala wurde ein dritter Neuling eingewechselt. Und mit Mika Baur der vierte. Der Handballer-Sohn wurde somit zum 1000. Nationalspieler in der DFB-Geschichte (seit 1908). Vitaly Janelt durfte schließlich auch noch ab der 88. Minute und war Nummer 1001.

Die deutschen Angriffe waren variabler als noch am Sonntag beim 0:1 gegen Griechenland. Es ging auch mal durch die Mitte und per Kurzpassspiel in die Spitze. Serbien wurde dadurch so gestresst, dass klar war: Irgendwann fällt das zweite Tor. In der 59. Minute versäbelte Nick Woltemade eine Chance noch im Mario-Gomez-2008-Style, zwei Minuten später dann aber der Schuss, der saß: Florian Wirtz war von Maximilian Mittelstädt freigespielt worden. Ein paarmal gab es falschen Toralarm, weil die Bälle das Netz von außen zum Zappeln brachten – aber es tat der Stimmung in der Allianz Arena gut.GÜNTER KLEIN

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Freitag, 2. Oktober 2026
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