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Parkes: „Mein innerer Zwiespalt“

Eishockey-Torjäger zieht einen brisanten Vergleich zwischen Augsburg und München

Gegenwart: Tor für Augsburg durch Parkes. © Imago

München – Die erste Aufgabe am bevorstehenden Eishockey-Wochenende ist die sportlich forderndere: Der EHC Red Bull München muss am Freitag (19.30 Uhr) bei den Kölner Haien antreten, die noch etwas mehr Meisterschaftsanwärter sind als man selbst. Emotionaler wird‘s am Sonntag (19 Uhr): In den SAP Garden kommen die Augsburger Panther, es ist für München das erste von 16 bayerischen Derbys in dieser Saison.

Auf dem Eis stehen wird einer, der die spezielle Rivalität von beiden Seiten kennt: Trevor Parkes. 2016 kam der Kanadier in die DEL, zwei Jahre spielte er für Augsburg, dann wechselte er nach München, wo er von 2018 bis 25 unter Vertrag stand. Nach der Zwischenstation Dresden ist Parkes nun zu den Panthern zurückgekehrt – und inzwischen Deutschkanadier, der nicht mehr unters Import-Kontingent fällt.

Als Trevor Parkes vorige Saison mit den Dresdner Eislöwen in München gastierte, wurde er als EHC-Legende bejubelt. Seine Marke von 128 Toren wurde nur von Yasin Ehliz überboten. Auf dem Würfel des SAP Garden liefen Parkes‘ schönste Szenen noch einmal ab.

Wie freundlich wird der Empfang für ihn diesmal ausfallen? Wohl verhaltener. Denn Parkes hat sich kürzlich in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen zwar nicht explizit kritisch über den EHC geäußert, doch seine beiden bayerischen Clubs in einer Art verglichen, die in der Landeshauptstadt nicht gut ankommen wird.

Parkes sagte: „Um ehrlich zu sein: Ich wollte eigentlich nie weg aus Augsburg. Als ich dann die Chance bekommen habe, nach München zu gehen, war es wirklich knapp, ob ich bleibe oder wechsle.“ Und: Die Derbys seien für ihn „immer ein innerer Zwiespalt“ gewesen. „Ich hatte sehr gern für Augsburg gespielt und stand plötzlich auf der anderen Seite. Das war hart, wenn die Stimmung im Curt-Frenzel-Stadion so richtig am Kochen war. Hier herrscht eine der besten, vielleicht die beste Stimmung in der ganzen Liga. Und ich weiß noch sehr genau, wie es damals im Halbfinale ( 2019, d. Red. ) war. Auch in München hatten die Augsburger die Halle übernommen.“ Und noch ein Zitat: „In München fliegst du auch mal zu den Auswärtsspielen. In Augsburg nehmen wir den Bus. Aber als Spieler wirst du in Augsburg sehr gut behandelt. Hier kümmert sich jeder im Club um dich und darum, dass es deiner Familie gut geht. Vieles von dem, was in München anders ist, ist nicht unbedingt notwendig.“

In München reagiert man auf die Aussagen von Trevor Parkes mit einem Schmunzeln. „Aus München wollte er ja auch nie weg“, sagt Christian Winkler, der Sportchef. Und das stimmt: Nach Auslaufen seines Vertrags 2025 hatte Parkes im Interview mit unserer Zeitung beteuert, wie verwurzelt er sich in München fühle: „Mein Herz ist hier, und München soll die Gelegenheit bekommen, mich aufs Eis zurückzubringen.“

Ob am Sonntag die Stimmung von Augsburger Fanseite so gut sein wird wie in der von Parkes angesprochenen Halbfinalserie von 2019? Fraglich. Unter Panther-Anhängern wird ein bizarrer Streit um die übliche Humba-Zeremonie ausgetragen. Die Meinungsverschiedenheit eskalierte in einen mit rassistischen (gegen einen Ultra) und körperlichen Übergriffen (von den Ultras) ausgetragenen Konflikt.GÜNTER KLEIN

Freitag, 2. Oktober 2026
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