Sicherheit vor Jagderfolg

von Redaktion

Es ist immer das gleiche Muster: Es muss schnell gehen, der Landwirt macht wegen der Wildschweine Druck, und es ist schwierig, für den nächsten Tag noch ein paar gute Schützen zu finden, die sich rund um das Maisfeld stellen.

Doch Halt! So geht es nicht. Einfach mit ein paar Jägern ein Feld zu umstellen, muss tabu sein.

Rechtzeitig planen

Bereits im Vorfeld muss mit den Landwirten besprochen werden, welche „Sauenschläge“ im Revier während der Ernte bejagt werden sollen. Dadurch vermeidet man die Situation, dass man auf den letzten Drücker Stände und Schützen organisieren muss. Zur richtigen Planung gehört es auch, Warnschilder an Straßen aufzustellen und Pferde- und Viehhalter im Jagdgebiet zu informieren.

Wie bei jeder anderen Drückjagd gelten bei der Erntejagd die Regeln einer Gesellschaftsjagd. Das heißt, man braucht einen Jagdleiter und Warnwesten, damit man gut sichtbar ist. Die Waffen dürfen nur im Stand geladen werden. Erst wenn die Jagd zu Ende ist, darf der Stand verlassen werden. Schüsse ins Feld und in die Richtung von Siedlungen, Straßen oder Radwegen sind nicht erlaubt.

Vor jedem Schuss ist es die Aufgabe des Jägers, zu überprüfen, dass sich niemand im Bereich der Schussrichtung aufhält. Wichtig ist zudem ein angemessener Sicherheitsabstand zu den Erntefahrzeugen. Der Schusswinkel zum Nachbarschützen muss größer als 30 Grad sein

Als Kugelfang gilt nur gewachsener Boden. Das heißt, der Schuss muss immer Richtung Boden abgegeben werden, damit die Kugel sicher abgefangen wird. Schützen, die ebenerdig am Boden stehen, haben kaum einen ausreichenden Kugelfang. Deshalb sind Drückjagdböcke, die eine Abschusshöhe von mindestens drei bis vier Metern bieten, für die Erntejagd am besten geeignet. Die Begrenzung des Schussfeldes durch den Jagdleiter und das Verbot von Flintenlaufgeschossen tragen wesentlich zur Sicherheit auf der Erntejagd bei.

Generell sind weite Schüsse auf der Erntejagd untersagt! Ein Jäger am Boden mit einer Abschusshöhe von 1,70 Metern erreicht den „sicheren“ Aufprallwinkel von zehn Grad nach zehn Metern. Das heißt, er kann höchstens zehn Meter weit schießen, um noch einen sicheren Kugelfang zu haben. Jeder zusätzliche Meter Abschusshöhe bedeutet, er kann 5,50 Meter weiter schießen

Auf gute Schützen kommt es an

Für die Erntejagd sollte man sich auch im Voraus Gedanken machen, welche Schützen man einladen will. Nicht geeignet sind Jäger mit locker sitzendem Finger, die schnell einmal vom Jagdfieber gepackt werden, Jungjäger ohne ausreichende Erfahrung auf Bewegungsjagden, Jäger ohne passende Ausrüstung, Jäger die aufgrund von Alter oder körperlicher Gebrechen nicht in der Lage sind, schnell und präzise zu reagieren.

Und es gilt: Weniger ist mehr. Bei einer Erntejagd sollte man so wenige Schützen wie möglich einsetzen.

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