Warum sich Eigentum lohnt

von Redaktion

Teil 1 der Serie: Wie Sie sich den Traum von der eigenen Immobilie erfüllen

Nach Hause kommen, den Stress hinter sich lassen und es sich gemütlich machen: Im Haus oder der Wohnung hat man wie an keinem anderen Ort die Möglichkeit, sich ein ebenso schönes wie erholsames Refugium zu schaffen. Wer zur Miete wohnt, muss sich dabei allerdings an verschiedene Vorschriften halten: Man darf zum Beispiel die Wohnungstür nicht so gestalten oder schmücken, wie man möchte. Umbauarbeiten wie ein neues Bad oder eine Küche – beispielsweise in barrierefreier Ausführung – können nicht einfach so vorgenommen werden und bedürfen der Absprache mit dem Vermieter. Aber hat man dazu überhaupt Lust, wenn man selbst die Kosten tragen muss und gar nicht weiß, wie lange man die Immobilie überhaupt noch bewohnen wird?

Angesichts dieser Lage ist es kein Wunder, wenn man sich früher oder später denkt: „Hätte ich doch bloß meine eigene Wohnung oder mein eigenes Haus.“ Felix Flemmer ist Leiter der Abteilung Bestandsimmobilien und Finanzierung der Walser Immobiliengruppe und weiß, woher dieser Wunsch kommt: „Das hat rationale, aber auch emotionale Gründe. Eine höhere Lebensqualität etwa – es macht schließlich noch mehr Spaß, im eigenen Haus oder der Wohnung zu wohnen, es zu gestalten und dort zu investieren. Die eigene Immobilie ist eine Anschaffung fürs Leben.“ Sicherheit, Komfort und vor allem Unabhängigkeit seien die Hauptgründe, weshalb man sich für den Erwerb einer Immobilie entscheide.

Absicherung im Alter

Doch nicht nur der unmittelbare Komfortgewinn spielt in den Gedanken an einen Immobilienkauf mit hinein, sondern auch die langfristige Absicherung. „Wer im Alter in der eigenen, abbezahlten Immobilie wohnt, muss sich um seinen Lebensabend in der Regel keine Sorgen machen. Man zahlt keine Miete mehr und ist unabhängig“, weiß Flemmer. Wer ein Objekt kaufe und vermiete, hätte eine zusätzliche Einnahmequelle, „eine Art Zusatzrente“, meint der Immobilienexperte. „Darüber hinaus gibt es heute auch Senioren, die das im eigenen Heim gebundene Vermögen gerne nutzen würden, um sich lang gehegte Wünsche oder Träume erfüllen zu können. Hier setzen bewährte Verrentungskonzepte an.“ Bei dieser Option verkauft der Eigentümer seine Immobilie, kann jedoch weiterhin darin wohnen oder die Immobilie vermieten. Ein lebenslanges Wohnrecht und Nießbrauch werden im Grundbuch notariell abgesichert.

Die besten Voraussetzungen

Ein weiteres Plus: Laut Stiftung Warentest ist der Kauf einer Immobilie wegen der aktuell sehr niedrigen Zinsen – die ja auch für Bankkredite gelten – immer noch attraktiv. Hinzu kommt, dass die Preissteigerung in Städten wie München nicht mehr so stark ausgeprägt ist wie in den vergangenen Jahren. Flemmer sieht in einer Immobilie auch eine gute Anlage, deren Wert im Lauf der Jahre steigen wird: „Bei Aktien, Fonds oder sonstigen Anlagen kann es passieren, dass diese in kürzester Zeit an Wert verlieren, bis hin zum Totalverlust.“ Dagegen hätten sich Immobilien bewährt und böten auch in wirtschaftlich unruhigen Zeiten eine verlässliche Rendite. „Hinzu kommen nach wie vor attraktive Fördermöglichkeiten – etwa aus den Energieeffizienz-Programmen der staatlichen KfW“, sagt Flemmer.

Der Immobilienexperte verweist auf ein konkretes Beispiel in Bezug auf diemomentanen Finanzierungsmöglichkeiten: „Für 100000 Euro Darlehen zahlt ein Immobilienkäufer derzeit inklusive zwei Prozent Tilgung unter 250 Euro im Monat. Billiger wird Baugeld kaum werden. Nimmt ein Käufer also heute ein Darlehen in Höhe von 500000 Euro auf, um eine 3-Zimmer-Wohnung zu finanzieren, dann kostet ihn das monatlich etwa 1250 Euro. Zu diesem Preis wird er in München keine vernünftige Mietwohnung dieser Größe mehr finden. Von der Unabhängigkeit, nicht mehr zur Miete zu wohnen, einmal ganz zu schweigen.“

Keine Angst vor Eigentum

Trotzdem schreckt so mancher Mieter davor zurück, zum Eigentümer zu werden. Schließlich muss man ja nicht nur einen Kredit bedienen, sondern auch Rücklagen bilden. Denn neue Fenster, ein neues Dach oder ein Heizungstausch sind Posten, die früher oder später fällig werden – egal, ob man ein eigenes, frei stehendes Haus besitzt oder Teil einer Wohneigentümergemeinschaft ist. Felix Flemmer rät, vorab Erkundungen zu machen, beispielsweise, wenn man eine bereits bestehende Immobilie erwerben möchte: „Wer eine Wohnung kauft sollte beispielsweise schon vorab Einsicht in die jüngsten Protokolle der Eigentümerversammlungen nehmen, um zu sehen, ob Investitionen anstehen. In der Regel werden auch Instandhaltungsrücklagen gebildet, aus denen sich solche Maßnahmen künftig bezahlen lassen.“ Wer ein Haus besitzt, müsse natürlich auch etwas zurücklegen. „Die Erfahrung zeigt jedoch, dass solche Investitionen, sofern eine Immobilie regelmäßig gepflegt und instandgehalten wird, meist auf jeden Fall beherrschbar sind.“

Marion Brandstetter

Artikel 8 von 11