Für viele Kinder ist es ein Traum: den ganzen Tag mit den Freunden zusammen sein, gemeinsam die Schulbank drücken, spielen, essen, lernen und sich sogar ein Zimmer teilen. Der Besuch eines Internats macht Freude, dient aber auch insbesondere der Entwicklung des Kindes. Internate zeichnen sich oft durch kleine Klassen und besonders engagierte Lehrer aus.
Die Schüler erfahren eine individuelle Betreuung, teils nach einem speziellen pädagogischen oder konfessionellen Konzept, oder bei Lernschwierigkeiten. Es gibt zum Beispiel Sportinternate, Internate, die Hochbegabte fördern, oder Internate für Schüler mit Lerndefiziten.
Doch es geht nicht um die reine Vermittlung von Wissen. Im Internat lernen Kinder Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Außerdem sind die Zusatzangebote wie Sport oder Musikunterricht oft vielfältig. Rund 250 Internate gibt es in Deutschland.
Alle Schulformen
sind möglich
In Internaten können Kinder aller Altersstufen und Schulformen lernen und leben. Während sie früher als Eliteschmieden oder Erziehungsanstalten für Arme galten, besuchen heute Kinder aller Einkommensschichten diese Einrichtungen. Stipendien, Kredite oder Förderungen helfen Eltern, das Schulgeld aufzubringen.
Neben den unterschiedlichen inhaltlichen Konzepten unterscheidet man zwischen Internaten und Schülerheimen. Kinder eines Internats leben dort und gehen im gleichen Haus oder direkt neben an zur Schule. In den sogenannten Heimschulen drücken in der Regel nur die Internatskinder die Schulbank. In Schulen mit angeschlossenem Internat gibt es auch externe Schüler. Schülerheime findet man oft in ländlichen Regionen, wo die Schulwege lang sind. Die Schüler wohnen in einer Einrichtung und besuchen unter der Woche die Schule vor Ort.
Bei der Wahl eines Internats ist es wichtig, auf den rechtlichen Status zu achten. Denn nicht alle Schulen dürfen staatliche anerkannte Abschlüsse vergeben. Staatliche anerkannte Privatschulen haben in der Regel die gleichen Befugnisse wie öffentliche oder staatliche Einrichtungen. Bei staatlich genehmigten Privateinrichtungen muss man zwischen der staatlich genehmigten Ersatzschule und der allgemein bildenden Ergänzungsschule unterscheiden: Ersatzschulen erfüllen die allgemeine Schulpflicht, Ergänzungsschulen entsprechen nicht den Kriterien einer öffentlich genehmigten Einrichtung und können somit auch keinen staatlich anerkannten Schulabschluss vergeben.
Auf den rechtlichen Status achten
Walddorfschulen zum Beispiel sind weder staatlich anerkannt, noch genehmigt. Die Lehrpläne, die Schulstruktur und das Versetzungsverfahren unterscheiden sich hier zu stark von den restlichen Einrichtungen. Schüler einer Waldorfschule müssen sich in jedem Fall einer Schulfremdenprüfung am Ende ihrer Schulzeit unterziehen, um einen staatlich anerkannten Abschluss zu bekommen.
Für einen Internatsplatz muss man sich bewerben. Weil die Schulen meist sehr begehrt sind, ist es sinnvoll, frühzeitig mit der Auswahl und der Bewerbung zu beginnen – am besten rund ein halbes Jahr vor dem Schuleintritt. Gewöhnlich werden Schüler zu Beginn des Schuljahres aufgenommen, in Ausnahmefällen auch während des Schuljahres. Internate richten sich in der Regel an Schüler ab der fünften Klasse.
Die Zugangsvoraussetzungen sind von Internat zu Internat sehr unterschiedlich. Meist muss man ärztliche Zeugnisse vorweisen und einen entsprechenden Notendurchschnitt erfüllen. Oft müssen die Neuankömmlinge eine Probezeit von drei Monaten bis zu einem Jahr durchlaufen. Dabei wird geprüft, ob das Kind mit dem Internatsalltag zurechtkommt – Regeln einhalten kann und eine ausreichende Arbeitseinstellung mit sich bringt.
Ausstattung variiert
je nach Kosten
Für einen Internatsplatz ihres Kindes bezahlen Eltern in Deutschland im Durchschnitt zwischen 400 und 1200 Euro. Je nach Kosten variiert die Ausstattung: Vollverpflegung oder Teilverpflegung, Einzelzimmer oder Mehrbettzimmer, unterschiedliche Sport- und Freizeitangebote sind möglich. internat-vergleich.de