Dieses Auto sah niemand kommen: Koreas Autoindustrie hat sich zwar schon lange in der Oberklasse versucht, aber die bisherigen Spitzenmodelle waren in der Regel weder besonders elegant noch von herausragender technischer Substanz. Dies gilt jedenfalls für die nunmehr fast ein Vierteljahrhundert alte Ahnenreihe, die sich von den dem Heimatmarkt Korea vorbehaltenen Modellen Hyundai Dynasty und Centennial über den erstmals exportierten Hyundai Equus bis hin zum Genesis G90 gezogen hat, der immerhin mit interessanten technischen Lösungen glänzte.
All diese Modelle repräsentierten Luxus in seiner traditionellen Form. Doch jetzt gibt es einen neuen Genesis G90, im Grunde zwar ein großes Facelift, mit seinem eindrucksvollen Design jedoch von völlig anderer Ausstrahlung. Und die benötigt er auch, denn er ist das Flaggschiff der Nobelmarke, mit der sich Hyundai international viel vorgenommen hat.
Die Designabteilung unter der Leitung des Konzern-Chefdesigners Luc Donckerwolke musste zwar mit der Architektur und den Grundproportionen des bisherigen G90 arbeiten, konnte jedoch mit Ausnahme des Dachaufbaus und der Türen praktisch alle Karosserieteile ändern.
So tritt der G90 mit dem neuen Genesis-Markengesicht auf: Mit einem bei diesem Modell überaus voluminösen Kühlergrill, einer eigenständigen Variante des schon bei den Fahrzeugstudien GV80 und Essentia gezeigten Vierfach-Scheinwerfer sowie vorderen LED-Blinkern, die sich hinter dem Radhaus fortsetzen und fast bis zu den Vordertüren reichen. Das Heck wurde gründlich aufgeräumt und weist jetzt ultraschmale, horizontal betonte Rücklichter auf. Zudem steht der G90 auf 19-Zoll-Scheibenrädern, die nicht nur futuristisch wirken, sondern auch viel größer, als sie tatsächlich sind.
Der Genesis tritt kühl-distanziert auf, mit futuristischen Elementen und einer seitlichen Fensterpartie, die an Maybach erinnert.
Das Cockpit wurde etwas aufgeräumt, das Vier-Speichen-Volant bleibt eine erfrischende Abwechslung von der forcierten Sportlichkeit der sonst allgegenwärtigen Drei-Speichen-Lenkräder. Die Audioanlage funktioniert perfekt, und das ist auch gut so, weil sie in einem idealen Umfeld arbeitet: Die Geräusch- und Vibrationseigenschaften des G90 seien laut Genesis allen Konkurrenten überlegen.
Vielzahl neuer Funktionen
Mit dem Facelift hat Genesis eine Vielzahl neuer und zusätzlicher Funktionen in den G90 gebracht, darunter verbesserte Assistenzsysteme und teilautonome Fahrfunktionen, die auf der Schnellstraße gut funktionieren und relativ weniger Eingriffe des Fahrers bedürfen. Die elektrische 22-Wege-Sitzverstellung liefert auf Wunsch einen Vorschlag für die ideale Sitzposition, basierend auf der Statur des Fahrers. ampnet/jm