Essen für die Zukunft

von Redaktion

Das neue Jahr ist noch jung, alles ist neu, voller Erwartungen und Ambitionen für das neue Jahrzehnt. Bei vielen steht auf der Liste der guten Vorsätze ganz oben: gesündere und bessere Ernährung. Bravo! Das tut nicht nur einem selbst gut, sondern auch dem ganzen Planeten.

Doch mit jedem Tag, den das neue Jahr älter wird, schwindet der Enthusiasmus und wird vom Alltag eingeholt. Weniger Fleisch und Fett? In der Kantine gab es das leckere Fleischpflanzerl – war ja eine Ausnahme. Mehr regional und saisonal? Wenn die Avocado doch nur nicht so gut schmecken würde.

Gewohnheiten umzustellen, gerade, wenn es um so Essenzielles wie Ernährung geht, ist schwer. Doch der Ernährungssektor ist ein großer Ressourcenverbraucher und „Klimakiller“. Es lohnt sich also, die guten Vorsätze umzusetzen.

Der erste Schritt in Richtung einer nachhaltigen und gesunden Ernährung, die weder einem selbst, noch Tier und Umwelt auf den Magen schlägt, fängt lange vor den Regalen des Supermarkts an. Wer sich genau überlegt, was er wirklich braucht, was gekocht wird und wo er einkaufen möchte, spart Wege und Energie, vermeidet Lebensmittelverschwendung und ungesunde Spontankäufe.

Eine Einkaufs-Liste für alle Wochentage ist hilfreich. Dann stellt sich die Frage: Wo ist der nächste Supermarkt, Bioladen oder Wochenmarkt?

Wie nachhaltig ein Produkt letztendlich ist, entscheidet sich nicht nur bei der Produktion in den Herstellungsländern. Auch der Anfahrtsweg zum Einkaufen wirkt sich auf die Klimabilanz des Lebensmittels aus – also lieber den kürzesten Weg nehmen und im Idealfall das Auto stehen lassen. Wenn es möglich ist, Einkäufe in verschiedenen Läden zu verbinden, spart man Wege, Sprit und jede Menge Zeit.

Ernährungspyramide und Bio Siegel

Orientierung, was letztendlich im Einkaufswagen landen soll, bietet die Ernährungspyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Basis einer nachhaltigen und gesunden Ernährung ist die pflanzenbetonte Mischkost. Konkret bedeutet dies fünf Portionen Obst und Gemüse, ergänzt durch Getreide und Hülsenfrüchte.

Tierische Produkte, wie Milch, Eier und insbesondere Fleisch sollte eine Ausnahme bilden. 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche sind vollkommen ausreichend. Was an Quantität gespart wird, kann in Qualität investiert werden. Bio-Produkte sind häufig teurer, aber ihren Preis wert. Weniger Pestizide, eine bessere Klimabilanz und die Unterstützung der nachhaltigen Landwirtschaft, Verzicht auf Gentechnik und artgerechte Tierhaltung sprechen dafür.

Wo Bio drauf steht, muss in der EU auch Bio drin sein. „Bio“ und „Öko“ sind gesetzlich geschützte Begriffe. Vorsicht hingegen ist bei Formulierungen wie „aus kontrolliertem Anbau“ oder „aus umweltschonender Landwirtschaft“ geboten. Bio-Eier sind leicht an dem „0“-Stempel zu erkennen.

Saisonal, regional und unverpackt

Entscheidend ist nicht nur wie, sondern auch wann und wo ein Lebensmittel hergestellt wurde. Wer saisonal und regional kauft, unterstützt heimische Erzeuger und verbessert die individuelle Klimabilanz durch kurze Transportwege und die Einsparung von Kühlenergie.

Einen Saisonskalender für Obst und Gemüse gibt es online beim Bundeszentrum für Ernährung. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: der Begriff „regional“ ist nicht geschützt, jeder Anbieter definiert selbst, wie weit die Region geht. Sicherheit bietet der Kauf beim Direktvermarkter des Vertrauens und: Fragen kostet nichts – Information ist alles! Ein weiteres Augenmerk sollte man beim Einkauf auf die Verpackung legen. Am Besten umweltfreundlich verpackte Produkte bevorzugen und unnötige Verpackung gleich im Supermarkt zurücklassen. Seit neuesten kann man an die Wurst- und Käsetheke seine eigenen Boxen mitbringen und auch die Papiertüten für Brot und Semmeln können mehrfach verwendet werden.

Sind nun die Einkäufe, am besten in einem wiederverwertbaren Jute-Beutel oder Einkaufskorb nach Hause getragen und liegen auf dem heimischen Küchentisch, müssen sie noch verstaut werden.

Richtig lagern, schnell verbrauchen

Auf die richtige Lagerung kommt es an, um die Lebensmittel lange haltbar zu machen. Tomaten mögen keine Kälte – 15 Grad Celsius sind ideal, Salat und Milchprodukte hingegen gehören sofort in den Kühlschrank. Bananen am besten allein und hängend lagern. Brot, Pilze und Käse müssen atmen, also raus aus dem Plastik und in den Tontopf beziehungsweise in ein Tuch oder Papier. Mittlerweile gibt es zahlreiche nachhaltige Produkte, wie beispielsweise Bienenwachstücher.

Am wichtigsten: Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Wer sich Zeit zum Kochen und Genießen nimmt, lernt sich selbst und die Lebensmittel besser kennen und schätzen!

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