Schmerzende Füße, Schlafmangel und eine heisere Stimme: Trotz dieser Eskapaden lautete das Fazit von Anna-Katharina Lohner nach elf Tagen Mühldorfer Traditionsvolksfest: „Einfach schee war’s!“ Im vergangenen Jahr stemmte sie gemeinsam mit ihrem Mann, ihrem Team und dem Braumeister vom Innbräu, Max Vetter, zum ersten Mal das Innbräu-Festzelt als Festwirtin: „Wir hatten ein wunderbares Publikum, ein tolles Team, beim Essen hat alles gepasst und auch die Musik kam super an!“
„Einfach schee war’s!“
Da war dann auch der Schlafmangel vergessen: „Mein Mann und ich haben mal überschlagen, dass wir in den gesamten elf Tagen insgesamt vielleicht 30 Stunden Schlaf bekommen haben. Wir waren morgens die Ersten und abends die Letzten.“ Nur am letzten Tag sei sie früher weg: „Die Bedienungen haben noch bis spät in die Nacht gefeiert, aber ich bin um Mitternacht gegangen.“ Schließlich ist ja mit dem letzten Feuerwerk für sie das Volksfest noch lange nicht vorbei: „Es ist ein Wahnsinn, was das noch für einen Rattenschwanz nach sich zieht: Abrechnungen, Löhne und so weiter. Das hätte ich nicht geglaubt. Da ist man noch wochenlang gut beschäftigt“, so die Festwirtin. Ihr digitaler Schrittzähler pendelte sich bei etwa 36000 Schritten ein: „Man absolviert einen kleinen Marathon!“ Zum Dirndl trägt sie daher nur bequeme Laufschuhe. Was sie wieder nach vorne bringt: „Ein Bier!“ Morgens jedoch, wenn die Stimme heiser ist, gibt es erst einmal einen Kräutertee: „Den haben wir schon in der Küche deponiert!“ erzählt sie.
Nach dem gelungenen Auftakt im vergangenen Jahr gibt es für sie zum Glück nur wenige Stellschrauben, die Raum für Verbesserungen lassen. Beim Essen hat sie Speisen von der Liste gestrichen, die nicht so liefen, und Neues dazu genommen.
Festwirte setzen auf
regionale Blaskapellen
Aber bei der Musik setzt sie auf das altbewährte Konzept. Es spielen regionale Blaskapellen wie die „Heldensteiner HeuBodnblosn“, die Brotzeitmusi und die Stadtkapelle. War es für sie im vergangenen Jahr noch eine Herausforderung, das Personal zu stemmen, sieht es in diesem Jahr ganz anders aus. Und das, obwohl sie ihr Team um zwölf Bedienungen aufgestockt hat. „Im vergangenen Jahr waren wir neu. Die Bedienungen sind natürlich umsatzorientiert und wir waren eine Unbekannte. In diesem Jahr habe ich mich aber nicht retten können vor Anfragen und es gibt aktuell eine Warteliste.“
Dieses Jahr wollen sie es
gelassener angehen
Letztes Jahr hat ihr schon drei Tage vor Beginn des Volksfestes der Kopf geraucht: „Wir waren fix und fertig, sind ständig alles noch einmal durchgegangen.“ Dieses Jahr will sie es gelassener angehen. Am meisten freut sie sich auf die Fahrt in die Hallertau. „Das haben wir im vergangenen Jahr auch gemacht und das war ein wirklich schöner Termin.“ Dort holt sie zusammen mit ihrem Mann und dem Braumeister frischen Hopfen, mit dem dann das Zelt dekoriert wird. vk