Kia steigt in den Markt für elektrische Transporter ein. Das PV5 aus Korea könnte heimische Marken-Strategen des Segments ins Grübeln bringen. Das Preisspektrum beginnt bei 38.290 Euro und endet knapp unter 50.000 Euro. Dort, wo andere gerade erst einsteigen.
Der erste Eindruck: schlicht, aber praktisch. Das Kürzel PV steht für Purpose Vehicle – Zweck-Fahrzeug. Viel Plastik. Aber wo immer man den Blick hinwendet: Ablageflächen. Zwei Becherhalter für Passagiere der zweiten Sitzreihe. Daneben eine 230-Volt-Steckdose. Die Vorbereitung für bidirektionales Laden trägt Früchte: Für den frischen Kaffee unterwegs kann man selber sorgen.
Derzeit sind fünf Sitze angeboten. Sechs oder alternativ auch sieben werden folgen. Sehr praktisch: ein Rollstuhlzugang durch die hintere Seitentür samt Rampe. Bei der ebenfalls angekündigten Cargo-Variante sind alle denkbaren Aufbauten möglich und auch vorgesehen.
Das Nutzfahrzeug fährt sich kaum anders als ein Pkw. Die Sicht nach vorn ist durch die hohe Windschutzscheibe etwas eingeschränkt. Doch Kamera-Technik sorgt dafür, dass man den Überblick behält. Beim Rangieren auf engen Straßen hilft der Blick auf den Bildschirm, um die Lage links oder rechts im Auge zu behalten. Bedienung und Straßenlage bereiten keine Probleme. Bedienelemente sind an den gewohnten Stellen. Und die Batterie sorgt für Stabilität.
Das PV 5 bietet zwei Motorisierungen mit 122 oder 163 PS. Wichtiger als die zusätzlichen Pferdestärken sind die Unterschiede bei der Batterie. Beim schwächeren Motor hat sie bis zu 51,5 kWh an Bord. Genug für 295 Kilometer (WLTP). Die stärkere mit bis zu 71,2 kWh kommt 412 Kilometer weit und wird damit dank 150 kW Schnellladeleistung bedingt langstreckentauglich. Wer überwiegend auf kurzen Distanzen oder in der Stadt unterwegs ist, kann sich die 4.000 Euro Aufpreis sparen. Die Höchstgeschwindigkeit wird in beiden Varianten bei Tempo 135 abgeregelt. Und selbst das sollte man bei längeren Fahrten nicht ausreizen, denn bei steigendem Tempo sinkt die Reichweite spürbar.
Mit fünf bis sieben Sitzen ist das Kia PV5 für größere Familien als Freizeitmobil eine deutlich günstigere Alternative zu T7, V-Klasse oder eBuzz. Bei längeren Reisen stößt es aber als batterieelektrisches Fahrzeug konzeptbedingt bis jetzt noch an Reichweitengrenzen. MARTIN PREM