Nach dem steilen Anstieg der Kraftstoffpreise sowie der wieder eingeführten E-Auto-Kaufprämie erleben nun Stromer einen enormen Nachfrageschub. Weil neue Modelle aber trotzdem vielen immer noch zu teuer sind, liebäugelt so mancher mit einem gebrauchten Elektroauto. Der Auro Club Europa gibt Tipps, was beim Kauf zu beachten ist.
Fahrprofil: Vor dem Blick auf die vielen Angebote sollte man vor allem bei noch nicht vorhandener Elektro-Erfahrung bei einer ausgiebigen Probefahrt testen, ob dieser Antrieb infrage kommt. Dazu gehört auch die Frage, welche Art von Strecken man in erster Linie fährt, wie viele Kilometer man regelmäßig zurücklegt und ob man mit der angegebenen Reichweite des Wagens in der Praxis zurechtkommt. Die oft attraktiv klingenden WLTPWerte werden unter Alltagsbedingungen zumeist nicht erreicht.
Batterie: Die Kapazität des Akkus entscheidet über die Strecke, die man ohne Nachladen fahren kann. Beim Blick auf das Angebot sollte man auch wissen, dass es bei vielen Modellen unterschiedliche Batteriegrößen gibt. Der Renault Zoe wurde beispielsweise mit 22, 41 und 52 kWh-Akku gebaut. Das Geld für einen zertifizierten Batteriecheck lohnt sich, bisweilen tragen auch seriöse Verkäufer diese Kosten, denn er gibt Auskunft über den Zustand („State of Health“, SoH) und die Restkapazität des Akkus. Je nach Nutzung liegt der Leistungsverlust zwischen 1,5 und 3,5 Prozent im Jahr.
Alter: Auch bei jungen Gebrauchten lohnt sich ein genauer Blick auf das Profil sowie das Laufbild der Reifen und den Verschleiß der Bremsscheiben – den klassischen Indikatoren für den Zustand eines E-Autos. Sie geben Auskunft darüber, wie der Wagen gefahren wurde. Vor allem, wenn es eine Vorgeschichte als Mietwagen oder Carsharing-Fahrzeug gibt, ist eine kritische Untersuchung wichtig.
Laden: Der Strom aus einer eigenen Photovoltaikanlage ist zwar gratis, nicht aber deren Installation sowie die zum Laden benötigte Wallbox. Dafür gibt es Förderprogramme und auch bisweilen Unterstützung durch lokale Energieversorger, ganz umsonst bekommt man sie jedoch nicht. Will man diese Investitionen nicht tätigen, ist es wichtig, Lademöglichkeiten in erreichbarer Nähe zu haben. V. PFAU