Vorsorgen nimmt den Druck

Sabine Czuczman vom Bestattungsinstitut Karl Liegl gab im Haberkasten einen einfühlsamen Überblick über die Gestaltung und Absicherung der Bestattungsvorsorge.

Sabine Czuczman vom Bestattungsinstitut Karl Liegl gab im Haberkasten einen einfühlsamen Überblick über die Gestaltung und Absicherung der Bestattungsvorsorge.

Eigene Wünsche festlegen und Angehörige entlasten

Über die eigene Endlichkeit nachzudenken und die Bestattung bereits zu Lebzeiten zu planen, schieben die meisten Menschen verständlicherweise weit vor sich her. Doch wer dieses sensible Thema rechtzeitig anpackt, schafft nicht nur Verlässlichkeit für die eigenen Vorstellungen, sondern erspart den Hinterbliebenen in einer emotionalen Ausnahmesituation quälende Zweifel und schwierige Entscheidungen. Wie eine solche Vorsorge ganz praktisch funktioniert, erläuterte Sabine Czuczman, Bestattungsvorsorge-Expertin beim traditionsreichen Bestattungsinstitut Karl Liegl. Das Familienunternehmen blickt auf eine 60-jährige Geschichte zurück und wird heute bereits in vierter Generation geführt.

Wünsche bis ins Detail
festlegen

Schon zu Beginn ihres Vortrags betonte Sabine Czuczman, dass eine Bestattungsvorsorge weit mehr ist als eine formale Vereinbarung. Es gehe vor allem darum, den eigenen Willen verbindlich festzuhalten, damit im Ernstfall Klarheit herrscht. Ob traditionelle Erdbestattung auf einem Friedhof oder eine Feuerbestattung, die Bandbreite der Gestaltungsmöglichkeiten ist heute größer denn je. Von der Auswahl des passenden Sarges oder der Urne über den Text von Traueranzeigen und Sterbebildern bis hin zur musikalischen Begleitung, dem Ablauf des Gottesdienstes und persönlichen Reden lässt sich nahezu jedes Detail vorab regeln.

Neben den klassischen Grabstätten wächst vor allem das Interesse an alternativen Bestattungsformen. Sie zeigte auf, was heute alles denkbar ist: von Baumbestattungen im Lichtwald und Seebestattungen in Nord- oder Ostsee über Alm- und Bergwiesenbeisetzungen in der Schweiz bis hin zur Diamantbestattung, bei der aus einem Teil der Asche ein Erinnerungsschmuckstück gefertigt wird. Auch das Konzept „Tree of Life“, bei dem die Asche zur Anzucht eines Baumes verwendet wird, der später im heimischen Garten eingepflanzt werden kann, stellte sie vor.

Finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen

Ein zentraler Bestandteil der Vorsorge ist die verlässliche finanzielle Absicherung, damit den Hinterbliebenen keine unerwarteten Belastungen entstehen. Der Vortrag stellte dafür das Modell eines Vorsorgevertrags in Verbindung mit einem zweckgebundenen Treuhandkonto vor. Dieses funktioniere ähnlich wie ein Kautionssparbuch: Das eingezahlte Geld bleibt geschütztes Eigentum des Vorsorgenden und wird erst nach Eintritt des Todesfalls zur Begleichung der Bestattungskosten freigegeben. Selbst im Falle einer Insolvenz des Instituts bleibt das Kapital unberührt.

Neben Einmalzahlungen sind auch flexible monatliche Ratenzahlungen möglich. Die Expertin riet dazu, stets einen gewissen finanziellen Puffer einzuplanen, da Gebühren und Dienstleistungen über die Jahre hinweg steigen können. Alternativ kann auch eine bestehende oder neue Sterbegeldversicherung herangezogen werden. Hierbei sei jedoch zwingend darauf zu achten, dass der Vertrag eine freie Bestatterwahl garantiert und kein festes Institut vorschreibt. Auch über Möglichkeiten, wie trotz eines schmalen Budgets so eine Vorsorge praktisch gestaltet werden kann, wurde gesprochen.

Wichtige Dokumente
griffbereit halten

Der Vorsorgevertrag wird stets in zweifacher Ausfertigung geschlossen: Ein Exemplar verbleibt beim Bestattungsinstitut, das zweite gehört zu den persönlichen Unterlagen. Sabine Czuczman riet dringend dazu, eine vertraute Person als Ansprechpartner im Vertrag zu benennen und die Angehörigen offen über die getroffene Vorsorge zu informieren. Denn wenn in der Familie nicht darüber gesprochen werde, wüssten die Nachkommen im Ernstfall oft gar nicht, was sich der Verstorbene wirklich gewünscht hat.

Zur praktischen Vorbereitung gehört auch das Bereitlegen wichtiger Urkunden. Je nach Familienstand werden im Todesfall Geburtsurkunden (bei Ledigen), Heiratsurkunden (bei Verheirateten) oder zusätzlich das rechtskräftige Scheidungsurteil benötigt.

Wer unter gesetzlicher Betreuung steht, benötigt zudem den Betreuerausweis. Für den Notfall, etwa bei einem Krankenhaus- oder Pflegeheimaufenthalt, empfahl die Referentin, die Visitenkarte des Bestatters direkt im Geldbeutel bei sich zu tragen. Ihre Botschaft an diesem Abend war sehr klar: Selbstbestimmt vorsorgen bedeutet, den Angehörigen in schweren Stunden Halt und Entlastung zu schenken.

<p xml:space="preserve">Sabine Czuczman, Bestattungsinstitut Karl Liegl</p>

Sabine Czuczman, Bestattungsinstitut Karl Liegl

Kontakt

Bestattungsinstitut

Karl Liegl

Krankenhausstraße 2a, 84453 Mühldorf a. Inn

Tel.: 08631 / 76 03

Mail: karl.liegl@gmx.de

Web: www.bestattungen-liegl.de

Samstag, 7. November 2026

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