Großer Andrang beim OVB Expertenforum
Große Runde im Rampenlicht: Zum Abschluss der Vorträge versammelten sich die sechs Referenten gemeinsam mit Moderator Josef Enzinger auf der Bühne, um zentrale Aussagen zusammenzufassen.
Über 160 Besucher informierten sich im Mühldorfer Haberkasten zum Thema „Erben und Vererben“
Mühldorf – Über 160 Besucherinnen und Besucher folgten am Dienstagabend der Einladung der OVB Heimatzeitungen in den Mühldorfer Haberkasten. Josef Enzinger, seit über 25 Jahren Redakteur bei den OVB Heimatzeitungen, stellte bereits in seiner Begrüßung klar, worum es an diesem Abend ging: Menschen zusammenzubringen, die Orientierung in einem Lebensbereich suchen, der im Alltag oft verdrängt wird, früher oder später aber jeden betrifft.
„Erben und Vererben“ sei ein emotionales und komplexes Feld, das viele Menschen beschäftigt, aber selten offen in der Familie angesprochen werde. Genau dafür bot das OVB Expertenforum einen vertrauensvollen Rahmen, um fundiertes Fachwissen und persönliche Beratung direkt vor Ort zu bündeln.
Moderator Josef Enzinger führte durch den Abend, sorgte mit strukturierten Überleitungen und gezielten Nachfragen für ein informatives, kurzweiliges Programm und machte deutlich, wie entscheidend ein offener Dialog ist, um familiäre Streitigkeiten im Vorfeld zu verhindern.
Bedeutung von Vorsorge, Planung und Wissen
Sechs Fachleute beleuchteten das Thema ganzheitlich aus immobilienwirtschaftlicher, finanzieller, gemeinnütziger, rechtlicher, steuerlicher und persönlicher Perspektive: Immobilienexperte Andreas Declara von der PlanetHome Group zeigte auf, dass ein Großteil des Privatvermögens in Immobilien gebunden ist. Er zeigte typische Fallstricke auf und plädierte dafür, den realen Marktwert frühzeitig zu ermitteln.
Finanzexperte Markus Senftl (Allianz Generalvertretung Senftl) stellte Bausteine einer effizienten „Werkzeugkiste“ vor, erklärte, warum Bezugsrechte in Lebens- und Rentenversicherungen regelmäßig überprüft werden müssen und nannte Beispiele, wie sich Erbschaftsteuern liquide abfedern lassen.
Heiner Koch, geschäftsführender Vorstand des Albert-Schweitzer-Familienwerks Bayern, eröffnete eine sinnstiftende Facette der Nachlassplanung. Er schilderte, wie Erbschaften und Zustiftungen heimatlosen und traumatisierten Kindern in Kinderdorfhäusern eine sichere Zukunft schenken können.
Notar Dr. Philipp Aigner (Notare Dr. Aigner & Sander) nahm dem Publikum die Scheu vor der Testamentsgestaltung. Er erläuterte die gesetzliche Erbfolge, Pflichtteilsansprüche sowie die Bedeutung von Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen zur Vermeidung jahrelanger Rechtsstreitigkeiten.
Steuerberater Dr. Martin Raßhofer (Plininger & Partner) gab einen praxisnahen Überblick über die Erbschaft- und Schenkungsteuer. Anhand von Nießbrauchsmodellen, Kettenschenkungen und der zehnjährigen Freibetrags-Erneuerung zeigte er auf, wie Familienvermögen steueroptimiert übertragen werden kann.
Sabine Czuczman vom Bestattungsinstitut Karl Liegl sprach über die Bestattungsvorsorge und erklärte, wie vertraglich festgelegte Wünsche sowie abgesicherte Treuhandkonten die Hinterbliebenen in schweren Stunden spürbar entlasten können.
Fragerunden und
persönlicher Austausch
Wie groß das Interesse des Publikums war, zeigte sich bereits nach den einzelnen Vorträgen: Zahlreiche Gäste nutzten das Mikrofon von Moderator Josef Enzinger für spontane Nachfragen, von den Auswirkungen alter Versicherungsverträge über Naturbestattungen bis hin zu den Fristen beim steuerfreien Familienheim.
Beim anschließenden Get-together im Haberkasten setzte sich dieser Dialog nahtlos fort. An den Stehtischen und Infoständen suchten die Besucher das direkte Gespräch mit den Referenten. Es wurden individuelle Familienkonstellationen besprochen, Kontakte geknüpft und auch einige Termine vereinbart.
Viele Gäste profitierten von der gebündelten Fachkompetenz: Gerade die Vielfalt der Perspektiven aus Notariat, Steuerberatung, Finanzwesen, Immobilienpraxis, Bestattungsvorsorge und Stiftungsrecht an einem einzigen Abend sei ein großer Vorteil, den man so selten gesammelt finde.
Komplexe Themen
verständlich präsentiert
Besonders gelobt wurde, dass die Referenten auf schwer verständliches Fachchinesisch verzichteten und stattdessen mit Beispielen aus der regionalen Beratungspraxis Orientierung gaben. Viele Besucher gingen mit konkreten Plänen nach Hause, sei es, um Vorsorgevollmachten aufzusetzen, Verträge zu prüfen oder das offene Gespräch mit den Angehörigen zu suchen. Das OVB Expertenforum zeigte eindrucksvoll, wie groß der Bedarf an verlässlicher Orientierung in der Region ist. Nach den beiden OVB Expertenforen im Haberkasten steht fest: Auch für das Jahr 2027 dürfen sich die Leserinnen und Leser der OVB-Heimatzeitungen auf weitere Informationsabende dieser Art freuen.
Über 160 Besucherinnen und Besucher folgten den Fachvorträgen im Haberkasten.
Die Referenten des Abends gemeinsam mit dem Organisationsteam der OVB Heimatzeitungen.
Auf den Infotischen lagen Broschüren, Ratgeber und Notfallmappen bereit.
Austausch über ein sensibles Thema: Bestattungsexpertin Sabine Czuczman beantwortete im Anschluss an die Vortragsreihe persönliche Fragen.
Gefragter Ratgeber im Dialog: Steuerberater Dr. Martin Raßhofer.
Redakteur Josef Enzinger führte strukturiert durch das Programm.