Kritik an Abschiebezentren

von Redaktion

Ausschreitungen wie in Ellwangen befürchtet – Polizei lehnt Wachdienst ab

Berlin – Nach dem massiven Widerstand von Asylbewerbern gegen eine Abschiebung wachsen Zweifel an den geplanten Abschiebezentren von Innenminister Horst Seehofer (CSU). In einer Unterkunft in Ellwangen waren 150 Asylbewerber untergebracht, in den Zentren sollen es bis zu 1500 sein. Bei dieser Zahl an Menschen seien Konflikte programmiert, sagte Oliver Malchow, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei. Menschen müssten beschäftigt und nicht „verwahrt werden – das führt zu Aggressivität“. Grüne, FDP und Linke fordern, die Pläne zu überdenken oder aufzugeben.

Seehofer will bis Herbst Pilotzentren einrichten, in denen auch Residenzpflicht gilt. Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen bekundeten Interesse. Asylverfahren sollen dort in möglichst kurzer Zeit bearbeitet und resultierende Abschiebungen zentral koordiniert werden.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft erteilte einer Bewachung der Zentren eine Absage. „Wir sind ausgebildete Polizeibeamte und kein Wachpersonal“, sagte Malchow. dpa/afp

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