München – Nach der Ankündigung von Astrazeneca, bis zur Jahresmitte statt 220 nur 100 Millionen Impfdosen an die EU liefern zu können, haben mehrere Bundesländer die Impftermin-Vergabe gestoppt und den Start in den Praxen verschoben. Bayern will wie geplant am 1. April mit Impfungen durch Hausärzte starten, vor allem in den Grenzregionen. „Wichtig ist, dass der Impfstoff, der für Anfang April angekündigt ist, kommt und auf allen Ebenen schnell ausgeliefert wird“, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Die Kürzungen durch Astrazeneca seien „absolut inakzeptabel“.
Die Impfstoffknappheit fällt zusammen mit einer düsteren Prognose: Das RKI sagt für die Woche nach Ostern mehr Neuinfektionen als an Weihnachten voraus. Die Inzidenz könne dann bei 350 liegen. Grund sei die Virusmutante B.1.1.7. Aktuell steigen die Zahlen stark. Die 7-Tage-Inzidenz lag gestern bei 79 (Vorwoche 66,1). Nordrhein-Westfalen kündigte an, auch bei einer landesweiten Inzidenz von über 100 nicht die zwischen den Ländern vereinbarte „Notbremse“ zu ziehen und automatisch wieder alles zu schließen. Erst müsse man die Gründe für den Anstieg genau hinterfragen.