München – In der Tourismusbranche und bei Kulturveranstaltern werden Konzepte entwickelt, nur noch vollständig Geimpften oder Genesenen Zutritt zu erlauben. Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft schlägt vor, Ungeimpfte notfalls von Konzerten und Festivals auszuschließen. Im Gegenzug sollen Besucherlimits komplett fallen.
Der jetzige Zustand mit den Hygienebeschränkungen sei auf Dauer für die Branche nicht tragbar, sagte Verbandschef Jens Michow unserer Zeitung.
In Garmisch-Partenkirchen will ab Oktober ein Hotel ungeimpfte Gäste – auch im Restaurant – abweisen. Es gehe um den Schutz der Mitarbeiter und Gäste, sagte Hotel-Inhaber Christian Wolf. Nichts habe sich in der Pandemie beim Infektionsschutz mehr bewährt als die vollständige Immunisierung. Die Reaktionen seien überwiegend positiv, sagte er.
Bisher gab es solche Konzepte nur für Hotels im Ausland. Zudem teilte die New Yorker Metropolitan Opera mit, bald nur noch geimpfte Zuschauer und Künstler einzulassen.
Aus der Politik kommt Rückendeckung für solche Vorhaben. „Impfen ist der Weg in die Normalität“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt unserer Zeitung. „Dazu gehört, dass Geimpfte bei steigenden Infektionszahlen mehr Normalität erleben können als Nicht-Geimpfte.“ Er könne solche Entscheidungen von Hoteliers nachvollziehen, sagte Dobrindt. „Ich glaube, dass im Tourismus und Veranstaltungsbereich zunehmend das Angebot auf Geimpfte und Genesene fokussiert wird.“ Nach jüngsten Zahlen sind jetzt 50,2 Prozent der Bevölkerung in Deutschland doppelt geimpft. wha/mbu/cd