Wasserburg – Im März gab die Vereinsausschusssitzung grünes Licht, im April ebnete die Gründungsversammlung den Weg für die neue Darts-Sport-Abteilung beim TSV 1880 Wasserburg. Mittlerweile zählt die Sparte 30 Mitglieder, etliche stehen noch auf der Interessentenliste. In nur zwei Monaten war das Vereinsstüberl um- und das Inventar aufgebaut.
Willy Atzenberger ist stolz auf die „sehr bunt gemischte Truppe von Jung bis Alt“, die sich hier zusammengefunden hat. Viele seien von extern dazugekommen und hätten vorher rein gar nichts miteinander gemein gehabt. „Wir trainieren dreimal die Woche und essen hinterher gemeinsam. Das Generationsübergreifende ist spannend und interessant, weil viele Erfahrungen einfließen und verschiedene Ansichten im Stüberl des Darts-Teams aufeinandertreffen.“
Der richtige Zeitpunkt
für den Einstieg
In Atzenbergers Augen war es der richtige Zeitpunkt, in den Darts-Sport einzusteigen und ihn in Wasserburg zu etablieren. Mit Albaching, Kienberg, Rosenheim oder Kolbermoor existieren weitere Darts-Vereine in der Umgebung. Dennoch ist der Sport im Wasserburger Raum noch ziemlich rar gesät. Der Hype aber ist da, bestätigt Atzenberger: „Seit zwei, drei Jahren boomt Darts als aufsteigende Trendsportart. Überall hängen Darts-Scheiben. Obwohl Darts ein bisserl Wirtshauscharakter versprüht, schreitet die Entwicklung unglaublich professionell voran. Er ist an den Olympischen Sportbund angeschlossen und hat klare Kaderstrukturen. Das mentale Training ist hervorragend für jugendliche Spieler. Spielt der Gegner gut und konstant, ist es essenziell, ruhig und fokussiert zu bleiben. Darts kann jeder spielen. Durch digitalen Fortschritt können Turniere jederzeit gegen jedermann auf der ganzen Welt ausgetragen werden.“
„Wir sehen die neue Abteilung als großen Mehrwert für den TSV“, unterstreicht Atzenberger. „Sie fängt Jugendliche wie Erwachsene ab, die sonst nicht im Verein engagiert wären. Die Leute haben Spaß. Unsere Vorstandschaft steht 100 Prozent dahinter, der Hauptverein ist ebenso positiv eingestellt und hat mitunter die Erstanschaffung der Boards vollständig übernommen.“
Öffentliches Turnier
Ende des Jahres
Weil Atzenberger als Abteilungsleiter für Breiten- und Rasenkraftsport und nun auch für Darts im TSV sehr präsent vertreten ist, ist die neue Abteilung schnell bekannt geworden und in der Innstadt überall ein wenig eingebunden: beim Altstadtspringen im Mai mit einer XXL-Darts-Scheibe, beim Nachtflohmarkt Ende Juli oder beim „Sporty Weekend“ im September. Ende des Jahres ist ein kleines öffentliches Turnier geplant. Was den Darts-Sport ausmacht? „Die Gemeinschaft“, kommt wie aus der Pistole geschossen als Antwort. Der Mix aus Präzision und Konzentration zeichnet den im Gegensatz zu bewegungsreichen Sportarten wie Fußball oder Leichtathletik eher „gemütlichen Sport“ aus.
Im Darts-Stüberl gibt es außerdem Regularien für Rollstuhlfahrer, die ganz selbstverständlich im normalen Spielbetrieb eingegliedert sind. „Ich glaube, das ist wahre Inklusion“, freut sich Atzenberger. „Und wenn Profi und Einsteiger im Training aufeinandertreffen, ist das für den Anfänger ein toller Lernfaktor.“
Der Abteilungsleiter hat ein ganz klares Ziel vor Augen: „Im September steigen wir mit zwei Mannschaften à zehn Spielern in den Liga-Betrieb ein. Vermutlich starten wir in der Bezirksliga fünf oder sechs. Ich gehe schon davon aus, dass wir in den nächsten Jahren recht schnell aufsteigen könnten. Vom Niveau her sehe ich uns in fünf Jahren hoffentlich um den Aufstieg in die Bayernliga, mit einer Mannschaft auf jeden Fall in der zweiten oder sogar ersten Bezirksliga.“
In das jüngste Mitglied, das mit gerade mal 14 Jahren täglich trainiert, setzt Atzenberger große Hoffnung. Am Ende aber mache den Fortschritt der Teamgeist aus – und der sei schon jetzt ausgezeichnet.