Eisenach/Schnaitsee – Nachdem am Donnerstag zwei Schulbusse verunglückt sind, fordern die bayerischen Elternverbände eine Sitz- und Anschnallpflicht in Schulbussen. Nahe Eisenach in Thüringen war ein Bus rückwärts einen Hang hinuntergestürzt. Zwei achtjährige Kinder kamen ums Leben, 20 weitere wurden verletzt. Bei einem weiteren Unfall zwischen Schnaitsee und Frabertsham (Kreis Traunstein) gab es neun verletzte Schüler.
„Es ist das eingetreten, wovor wir gewarnt haben“, sagt Susanne Arndt, Vorsitzende der Landeselternvereinigung der bayerischen Gymnasien. Sie fordert deshalb eine Gesetzesänderung.
Ob die beiden getöteten Kinder angeschnallt waren, ist jedoch noch nicht geklärt. „In dem Bus waren Gurte vorhanden“, erklärt André Schiller von der Landespolizeiinspektion Gotha. „Inwieweit sie genutzt wurden, wird noch untersucht“, sagt er. Die Schüler seien gesessen.
Bei Schulbussen gibt es derzeit keine Anschnallpflicht. Lediglich bei Schulbussen, die nicht zum Linienverkehr gehören und nicht größer als 3,5 Tonnen sind, müssen sich die Schüler angurten. „Eine Anschnallpflicht könnte natürlich aus Sicherheitsgründen vorteilhaft sein“, sagt Bernd Emmrich vom ADAC. „Aber sie ist im Linienverkehr schwer umsetzbar.“ Wenn im Überlandverkehr Fahrgäste stehen, dürfen die Busfahrer außerdem maximal mit einer Geschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde fahren. Dass Kinder stehend und ungesichert transportiert werden, kritisiert Susanne Arndt. Gerade für jüngere Kinder, die schwere Schulranzen tragen und sich oft schlecht festhalten können, sei das enorm gefährlich, betont sie. lby, cla