Mit Klebstoff gegen Klimasünden

von Redaktion

Aktivisten nutzen häufiger bekannte Kunstwerke für ihren Protest gegen die Umweltpolitik

Frankfurt/Main – Protestaktion im Kunstmuseum: Zwei Klimaaktivisten haben sich gestern im Frankfurter Städel mit jeweils einer Hand an dem Rahmen eines großen Gemäldes festgeklebt.

Das Bild „Gewitterlandschaft mit Pyramus und Thisbe“ von Nicolas Poussin stehe heute symbolisch für den zerstörerischen Kurs der aktuellen Politik, erklärte die Gruppe „Letzte Generation“. Nach Angaben der Polizei hat das Städel Anzeige gegen die Aktivisten erstattet. Nach Angaben des Museums wurde der Bilderrahmen bei der Aktion beschädigt, derzeit wird geprüft, in welchem Umfang.

Erst am Dienstag hatte es eine ähnliche Aktion in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden gegeben. Dort hatten zwei Aktivisten der „Letzten Generation“ mit Sekundenkleber jeweils eine Hand an den Rahmen von Raffaels „Sixtinischer Madonna“ geklebt. Dabei sei Alarm ausgelöst worden. Die Galerie im Semperbau am Zwinger sei danach für den Besucherverkehr vorübergehend geschlossen worden, sagte eine Sprecherin. Das wertvolle Gemälde sei glücklicherweise nicht beschädigt worden. Wie hoch der Sachschaden an dem Bilderrahmen ist, konnte zunächst nicht beziffert werden. Der Rahmen der „Sixtinischen Madonna“ sei vor etwa zehn Jahren nachgebaut worden, hieß es. Er sei kein historisches Original.

Jetzt nahmen Aktivisten in Frankfurt die „Gewitterlandschaft mit Pyramus und Thisbe“ ins Visier. „Mit Aktionen wie der heutigen wird der Widerstand gegen den Kurs der Bundesregierung unignorierbar auch an Orte der Kunst und Kultur getragen“, hieß es in einer Erklärung. Und weiter: „Orte, die einem absoluten Kollaps des Weltklimas und einem folgenden Zusammenbruch sozialer Systeme ebenso zum Opfer fallen werden wie unzählige Leben, wenn nicht endlich die Notbremse gezogen wird.“

Vergleichbare Aktionen hatte es schon in anderen europäischen Museen gegeben. Im Juli etwa klebten zwei Umweltschutzaktivisten in den Uffizien in Florenz ihre Handflächen an die Panzerglasscheibe über einem Gemälde von Sandro Botticelli. In Museen in Glasgow, Manchester und London gab es im Juli zudem vergleichbare Vorfälle.

Mitglieder der Initiative „Letzte Generation“ hatten bisher ihre Hände aus Protest meist auf dem Asphalt von Schnellstraßen festgeklebt.

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