Heidelberg – War sie eine fürsorgliche Mutter, die das Wohl ihrer Kinder über alles stellt? Oder fügte sie ihrer Tochter absichtlich Schaden zu? Die Vorwürfe gegen die zierliche Frau, die auf Krücken in den Gerichtssaal humpelt, wiegen schwer. Die 26-Jährige soll ihrem damals dreijährigen Kind über einen Venenkatheter Keime injiziert haben. Vor dem Landgericht Heidelberg wird ihr gefährliche Körperverletzung und Misshandlung Schutzbefohlener vorgeworfen.
Laut ihres Partners, Vater ihrer beiden Töchter, liebt sie ihre Kinder über alles. „Sie wollte immer, dass es ihnen gut geht“, berichtet der gelernte Krankenpfleger in seiner gut zweistündigen Vernehmung. Er glaube ihr auf jeden Fall, dass sie mit den Vorwürfen nichts zu tun habe. Nie sei ihm etwas aufgefallen, alles habe seine Partnerin mit ihm besprochen. Die Angeklagte selbst lässt zum Auftakt des Verfahrens über ihren Anwalt mitteilen, dass sie zunächst keine Angaben zur Sache und zur Person machen wird. Dem Verfahren folgt sie aufmerksam.