Langeweile ist ein wichtiges Gefühl

von Redaktion

Langeweile hat auch gute Seiten. © dpa-tmn

München – Sommer, Sonne, Ferien! Und trotzdem hängst du nach zwei Stunden auf dem Sofa herum und weißt nicht, was du tun sollst. „Mir ist so langweilig!“, denkst du. Die Langeweile ist aber nicht nur nervig. Sie hat eine wichtige Aufgabe. Wanja Wolff erforscht als Wissenschaftler dieses Gefühl. „Langeweile ist ein Zustand, der uns etwas sagen möchte. Nämlich, dass das, was wir gerade tun, irgendwie nicht passt“, erklärt er.

Tu etwas anderes

Ähnlich wie Schmerz ist Langeweile ein Signal des Körpers. Wenn du dir die Hand verbrennst, ziehst du sie weg. Wenn du dich langweilst, sagt dir dein Körper: Hier stimmt etwas nicht, tu etwas anderes. „Wenn wir Langeweile nicht hätten, wären wir nicht so gut darin, aus Situationen herauszukommen, die uns nichts bringen“, sagt Wolff.

Dabei ist Langeweile etwas anderes als Nichtstun. Entspannen auf dem Sofa oder Tagträumen kann sich sehr gut anfühlen. Langeweile dagegen ist immer unangenehm. Du kannst im Unterricht sitzen, sehr beschäftigt sein und dich trotzdem langweilen. Denn du ziehst nichts aus dem Stoff heraus.

So alt wie die Menschheit

Manche sagen, dass man beim Langweilen besonders kreative Ideen bekommt. Wolff widerspricht dem: Langeweile kann zu coolen Ideen führen. Aber genauso passiere es auch, dass man deshalb im Unterricht den Klassenclown spielt oder einfach nichts tut.

Langeweile gibt es schon lange. Vor mehr als 2000 Jahren beschwerte sich der römische Philosoph Seneca, dass jeden Tag das Gleiche passiert. Langeweile ist so alt wie die Menschheit.

Langeweile kann erschöpfen

Wolff untersucht Langeweile auch mit Experimenten. In einem Test mussten Menschen 20 Minuten lang auf einem Fahrrad strampeln, fast ohne anstrengenden Widerstand. Die meisten fanden es mit der Zeit nicht nur langweilig, sondern auch anstrengend. Dabei hatte sich am Fahrrad nichts geändert.

„Langeweile kann richtig erschöpfen, selbst wenn man kaum was getan hat“, sagt der Wissenschaftler. Als es mit dem Fahrrad aber bergauf ging, war die Langeweile plötzlich weg.

Was kannst du tun, wenn die Langeweile kommt? Wolff empfiehlt: „Frag dich erst mal, warum du dich langweilst. Das ist schon der erste Schritt.“ Liegt es daran, dass dir nichts einfällt? Oder dass du eigentlich viel lieber was anderes machen würdest? Wer das weiß, findet viel leichter einen Weg aus dem nervigen Gefühl. Dann kann der Sommer wieder spannend werden.KORR

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