Rosenheim – Die Gründungsfinanzierung war einer der Schwerpunkte in seinem Studium und auch seine Promotion beschäftigt sich mit dem Thema. „Ich habe in Rheinland-Pfalz schon viele Gründer in ihren ersten Jahren erfolgreich begleitet“, blickt Patrick Huber auf seine frühere Tätigkeit zurück. Seit rund drei Monaten ist der 37-Jährige, der in München aufgewachsen ist, nun für den Aufbau eines Netzwerks zwischen Gründern und etablierten Unternehmen in der Region zuständig. Dafür bekommt er bald auch weitere Unterstützung.
Nachdem die ersten Gründer ihre Arbeit bereits aufgenommen haben (wir berichteten), werden im sechsten Obergeschoss des Volksbank-Raiffeisenbank-Gebäudes an der Bahnhofstraße derzeit die letzten Vorbereitungen für die „Neuen“ ab September getroffen. „Insgesamt haben wird dann gut zehn Firmen untergebracht. Mit mehr als 20 Angestellten und Gründern. Ich kann nicht alle Anfragen decken“, sagt Patrick Huber. Das zeige auch, dass das Projekt in der Region auf fruchtbaren Boden falle. Insgesamt erlebe er die Region als überdurchschnittlich offen für Gründer und Gründungen. Wie viele es letztendlich im Gründerzentrum sein werden, weiß der Netzwerkmanager jedoch noch nicht. „Unsere Hoffnung liegt bei 30 aufwärts.“ Ein ausdrückliches Ziel sei es, auch das Handwerk noch stärker mit einzubinden. „Das ist eine offene Baustelle. Unternehmen aus diesem Bereich sind ausdrücklich willkommen“, betont Huber. Insgesamt solle durch die Auswahl und eine ausgewogene Mischung ein Austausch der Jungunternehmer entstehen, weniger ein Wettbewerb. Und nicht nur die Zahl der Gründerteams soll im kommenden Jahr wachsen, auch die Zahl der Partner im Berufsverband, der die Netzwerkaktivitäten unterstützt. „Die Firmen in der Region bringen ihre Erfahrungen mit ein und das wollen wir ausbauen.“ Dieser Erfahrungsaustausch finde bereits aktiv statt.
Nähe zur Hochschule
begünstigt Gründungen
Auch über Rosenheim hinaus. Durch die Nähe zur Hochschule und deren Schwerpunkt auf Informatik sei es nicht verwunderlich, dass viele der derzeitigen Gründer dort studiert haben oder noch studieren, so Huber. „Das klare Ziel ist es jedoch, das Stellwerk18 als Marke aufzubauen und in der Region bekannt zu machen. Darin besteht eine große Herausforderung für mich als Netzwerkmanager.“ Das sei nicht immer einfach – auch aufgrund der räumlichen Entfernung, sodass ein Pendeln zwischen Firmensitz und Wohnung für den einen oder anderen ein Grund sei, in seiner Heimatgemeinde zu bleiben. Das ist durchaus im Interesse des Umlands – und das Gründerzentrum soll nicht in Konkurrenz zu anderen Standorten oder Gründerzentren wie dem Münchner Werk I stehen, so Huber. „Ich bin stark im Austausch mit den Wirtschaftsförderungen vor Ort. Insgesamt eine Gründungskultur in der Region zu fördern und zu etablieren ist das Ziel“, betont der Netzwerkmanager. Auch dadurch, dass immer mehr Veranstaltungen im „Einzugsbereich“ des Stellwerk18 stattfinden, entstehe ein Austausch, der andere Gründer motivieren könne. „So entsteht eine Sogwirkung.“
Insgesamt liege das Rosenheimer Gründerzentrum – was das Operative betrifft – im Vergleich zu den anderen bayerischen Zentren ganz weit vorne. Das mache schon ein bisschen stolz, gesteht Huber. Ebenso wie die Baustelle am Bahnhof. Dass sie derzeit vor dem Zeitplan liegt, freut den Netzwerkmanager. „Mein Büro steht schon“, schmunzelt er. Einem Einzug im September 2018 – also in rund einem Jahr – stehe derzeit nichts im Weg. Welche Unternehmen in den kommenden Wochen zunächst ins Provisorium einziehen werden, verrät Patrick Huber noch nicht. „Die Altersstruktur wird sich jedoch ein bisschen nach oben entwickeln.“