Neuausrichtung von Bavaria Yachtbau nimmt Fahrt auf

von Redaktion

Weniger Modelle werden produziert – Händler-Beirat geplant

Giebelstadt/Bernau –Die Übernahme des insolventen Yachtbauers Bavaria aus Giebelstadt (wir berichteten) ist nun mit dem Closing durch den Investor CMP Capital Management-Partners offiziell bestätigt. Bavaria kündigte einige weitreichende Veränderungen an, die auch die Händler –unter ihnen Yachten Meltl aus Bernau als wichtigster. exklusiver Partner für den Mittelmeerraum –betreffen.

Weniger Modelle aus der Werft

Die Boote, so Bavaria, sollen wieder zu einhundert Prozent in Deutschland hergestellt werden, dabei plant die Geschäftsführung um Erik Appel die Stärkung des Engineerings und der Serienfertigung. Ab November dieses Jahres soll die Produktion in der Werft wieder auf Hochtouren laufen, die Kurzarbeit ein Ende haben.

Die bislang in Kroatien gefertigte Motoryacht R55 wird ab 2019 in Giebelstadt produziert. Insgesamt ist eine „Verringerung der Komplexität“ angedacht, so der Bootsbauer: Künftig sollen nur noch „zehn bis zwölf statt 26 Modelle“ aus dem Hause Bavaria kommen. Unter anderem, um Kosten zu senken. „Die Arbeiten dafür haben bereits begonnen, die Produktion wurde in wichtigen Punkten verändert“, so Geschäftsführer Appel. Demnach werde die erst 2018 vorgestellte, aber nicht erfolgreiche C65 nicht mehr gebaut; die E-Linie, also Yachten mit Elektro- und Hybrid-Antrieb, wurde eingestellt. Die C65 gehörte bislang zum Portfolio von Yachten Meltl. Die Segelyacht C50 wurde aus der Serienproduktion herausgenommen und als Prototyp technisch überarbeitet. Das Modell wurde zuletzt auch über Yachten Meltl vertieben. Für das nächste volle Geschäftsjahr (1.8.2019 bis 31.7.2020) sei „eine schwarze Null“ geplant. Bavaria beschäftigt nach wie vor 800 Mitarbeiter; während der Insolvenz wurden 220 Schiffe produziert.

Ganz ohne Schrammen kam das Unternehmen nicht aus der Insolvenz, wie Restrukturierer und Geschäftsführer Dr. Ralph Kudla einräumte. Nun wolle man die Händler „enger in die Strategie- und Produktentwicklung einbeziehen. Hierzu wird unter anderem ein Händler-Beirat eingeführt.“ Inwiefern sich die Reduktion der Modellauswahl und der Einbezug der Händler auswirken und dies etwa für Yachten Meltl aus Bernau bedeutet, verfolgen die OVB-Heimatzeitungen weiter. Die Meltl-Geschäftsführung war wegen der Teilnahme an einer internationalen Regatta aktuell noch nicht zu erreichen.re/sen

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