Mehr Mehl, mehr Seife, mehr Klopapier

von Redaktion

TH Rosenheim führt Online-Studie zu Veränderungen durch die Corona-Krise durch

Rosenheim – Wie hat sich die Corona-Pandemie auf das Konsumverhalten und die Mediennutzung ausgewirkt und welche Folgen ergeben sich daraus? Diese Frage untersucht ein Forschungsteam der TH Rosenheim derzeit mittels einer anonymen Marktforschungsstudie. Die Ergebnisse sollen bis Ende Juli vorliegen.

„Es steht außer Zweifel, dass die Verwerfungen der Corona-Krise das Einkaufsverhalten und die Mediennutzung erheblich beeinflusst haben. Wir wollen diese Veränderungen genauer betrachten und auch herausfinden, welche langfristigen Auswirkungen die Pandemie in dieser Hinsicht haben wird“, erläutert Prof. Dr. Brigitte Kölzer, unter deren Leitung die Studie an der Fakultät für Betriebswirtschaft durchgeführt wird.

Beim Konsumverhalten lässt sich ihren Worten nach im Allgemeinen feststellen, dass mit Beginn der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen der Absatz von Verbrauchsgütern wie beispielsweise Mehl, Seife und Toilettenpapier massiv anstieg. „Die Verbraucher kauften in Panik ein“, so Kölzer. Anschließend hätten sie sich auf ein Leben vorwiegend in den eigenen vier Wänden eingerichtet und verstärkt in den Bereichen Fitness, Sport, Unterhaltung und Medien konsumiert. „Vor allem der Online-Handel hat in dieser Zeit massiv zugelegt, und auch Streaming-Dienste konnten Millionen neue zahlende Kunden gewinnen“, so die Studienleiterin zu den allgemeinen Erkenntnissen aus diesen Wochen und Monaten. Die Studie soll nun Aufschluss über das tatsächliche Verhalten geben und einen detaillierteren Einblick gewähren. Unter dem Strich habe die Corona-Krise der Wirtschaft aber geschadet, ist auch Kölzer überzeugt: „Der lokale Handel hat starke Umsatzeinbußen erlitten und auch etlichen Unternehmen sind beträchtliche Umsätze entgangen.“ So sei der GfK-Konsumklimaindex, der die Konsumneigung der Privathaushalte beschreibt, im Mai auf ein historisches Tief gefallen. „Bemerkenswert ist aber, dass viele Experten und auch die Mehrheit der Verbraucher damit rechnen, dass die Corona-Krise unsere Einstellung zum Konsum nachhaltig verändern wird.“

Durch die Ausgangsbeschränkungen und das Social Distancing habe sich darüber hinaus auch die Mediennutzung stark verändert. „Besonders auffällig ist der enorme Anstieg der Fernsehnutzung, insbesondere bei der ansonsten schwer erreichbaren jüngeren Zielgruppe“, erklärt die Marketing-Expertin. Ebenso habe sich die Bedeutung der Sozialen Medien weiter verstärkt. Experten rechnen nach den Worten der Studienleiterin damit, dass die Online-Affinität auf erhöhtem Niveau bleiben wird.

Die Marktforschungsstudie der TH Rosenheim wird online bis zum 6. Juli unter folgendem Link durchgeführt: www.unipark.de/uc/Coronaverhalten/

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