Nach der jetzigen Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die ab März nach und nach pleite gegangenen P&R-Anlegerfirmen können Gläubiger nun ab sofort ihre Ansprüche anmelden. Dazu verschickt Insolvenzverwalter Michael Jaffé ab Anfang August per Post vorausgefüllte Formulare. Das hilft juristisch nicht versierten Geschädigten, da korrektes Ausfüllen nicht trivial ist. Anleger sollten die Formulare nach Erhalt überprüfen, soweit nötig korrigieren und sie unterzeichnet an Jaffé zurücksenden. Stichtag dafür ist der 14. September 2018.
Bedient werden die Ansprüche Geschädigter dann nach einer noch nicht feststehenden Quote aus der Insolvenzmasse. Das dauert oft mehrere Jahre. Der Fall P&R gilt zudem als außergewöhnlich komplex. Es dürfte auch vom Umfang her die größte Anlegerpleite in Deutschland sein.
Für die Insolvenzquote, also den Anteil rettbarer Anlegergelder, gibt es bislang nur Schätzungen. Die liegen im für Anleger günstigsten Fall bei 25 Prozent, womit gut 2,6 Milliarden Euro verloren wären. Manche Experten fürchten aber, dass es noch schlimmer kommt.
Die Firma P&R aus Grünwald existiert bereits seit 40 Jahren. Über Jahrzehnte wurden Anleger ordnungsgemäß ausbezahlt.